Trauben der Rebsorte Pinot Noir hängen im Weinberg

Pinot Noir

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Pinot Noir: Der Inbegriff von Eleganz und Finesse unter den Rotweinen – ausdrucksstark, vielseitig und terroirbetont. 


Eigenschaften und Besonderheiten der Rebsorte

Pinot Noir, im deutschen Sprachraum auch als Spätburgunder bekannt, zählt zu den edelsten und anspruchsvollsten Rotweinrebsorten der Welt. Die Trauben sind klein bis mittelgroß, und die Beeren besitzen eine dünne, blauviolette Schale. Diese feine Haut macht Pinot Noir besonders empfindlich gegenüber Witterungseinflüssen und Pilzkrankheiten, führt aber auch zu den zarten, transparenten Farben und zur komplexen, vielschichtigen Aromatik, die diese Sorte so einzigartig macht.

Pinot Noir bevorzugt gemäßigtes bis kühles Klima. Ideale Bedingungen bieten Regionen mit langen Vegetationsperioden, ausreichend Sonne und deutlichen Tag-Nacht-Temperaturunterschieden. Besonders gut gedeiht die Sorte auf kalkhaltigen, lehmigen oder mergeligen Böden, die den Weinen Finesse und eine charakteristische Mineralität verleihen. Die Wahl des Standorts und das Terroir sind beim Pinot Noir entscheidend: Schon auf wenigen Metern können sich die Weine im Stil und Ausdruck deutlich unterscheiden.

Aromatisch spannt Pinot Noir einen weiten Bogen: Charakteristisch sind Aromen von roten Beerenfrüchten wie Kirsche, Himbeere, Erdbeere oder Preiselbeere, begleitet von Veilchen, Rose und oft einem Hauch von Waldboden, Pilzen oder feinen Gewürzen. Mit zunehmender Reife entwickeln sich Noten von Leder, Tabak, Unterholz und Trüffel. Die Säure ist eher gering und gibt dem Wein Frische und Eleganz. Die Tannine sind fein und seidig, nie dominant, und verleihen dem Wein Struktur, ohne ihn schwer wirken zu lassen. Der Körper ist eher schlank bis mittelkräftig, stets geprägt von Finesse und Balance.

Pinot Noir ist wie kaum eine andere Sorte in der Lage, das Terroir seiner Herkunft einzufangen und widerzuspiegeln. Gerade deshalb wird Pinot Noir von Winzern und Weinliebhabern besonders geschätzt und gilt als „der weiße unter den roten Rebsorten“.

Weinbereitung und Reifung

Pinot Noir wird fast ausschließlich trocken ausgebaut. Die Vinifikation erfordert große Sorgfalt, da die dünnschaligen Beeren empfindlich auf zu viel Extraktion und auf Holzeinfluss reagieren. Traditionell erfolgt die Maischegärung in offenen Holzgärbottichen oder Edelstahltanks, um Farbe, Aroma und Tannin schonend zu gewinnen. Hochwertige Qualitäten reifen anschließend im großen Holzfass oder im Barrique, wobei der Holzeinsatz stets zurückhaltend bleibt, um die zarte Frucht und die typische Eleganz nicht zu überdecken.

Neben klassischen Rotweinen ist Pinot Noir auch die wichtigste Rebsorte für hochwertige Roséweine und Schaumweine – etwa im Elsass, in der Champagne und bei deutschen Winzersekten. Die meisten Pinot Noirs sind bereits jung sehr zugänglich, gewinnen aber mit Flaschenreife deutlich an Komplexität, Tiefe und Finesse. Spitzenweine aus erstklassigen Lagen können problemlos zehn Jahre und länger lagern.

Wichtige Weinbaugebiete

Die Wiege des Pinot Noir liegt im französischen Burgund, wo die Sorte in legendären Lagen wie Côte de Nuits, Gevrey-Chambertin oder Vosne-Romanée zu weltberühmten Grand Crus verarbeitet wird. In der Champagne ist Pinot Noir eine bedeutende Grundlage für große Champagner. Auch im Elsass, an der Loire und in Österreich findet man exzellente Vertreter.

In Deutschland, wo Pinot Noir als Spätburgunder bezeichnet wird, zählt er zu den wichtigsten Rotweinsorten. Die besten Weine kommen aus Baden, der Pfalz, dem Ahrtal, Rheingau und Franken. In der Schweiz, in Norditalien (als Pinot Nero), in Kalifornien (Sonoma Coast, Russian River Valley, Santa Barbara), Oregon, Neuseeland (Central Otago, Marlborough) und Australien (Yarra Valley, Mornington Peninsula) entstehen ebenfalls großartige, eigenständige Pinot Noirs. Das jeweilige Terroir prägt den Stil maßgeblich: Von zart und elegant über fruchtig und würzig bis hin zu konzentriert und komplex.

Geschichte der Rebsorte

Pinot Noir ist eine der ältesten Rebsorten der Welt und stammt vermutlich aus dem französischen Burgund, wo er bereits vor über 2.000 Jahren kultiviert wurde. Ursprünglich wurde die Sorte von den Römern verbreitet, später von den Klöstern des Mittelalters perfektioniert. Pinot Noir ist die Stammrebe vieler bekannter Burgundersorten wie Chardonnay, Grauburgunder oder Schwarzriesling und gilt als genetisch besonders vielfältig.

Im 19. und 20. Jahrhundert verbreitete sich Pinot Noir in ganz Europa und später auch in die Neue Welt. Heute erlebt die Sorte eine Renaissance: Winzer weltweit experimentieren mit neuen An- und Ausbautechniken, um die Feinheiten und das Terroir-Potenzial dieser anspruchsvollen Rebe voll auszuschöpfen. In der modernen Weinkultur steht Pinot Noir mehr denn je für Eleganz, Authentizität und Finesse.

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