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Château Petit Village Grand Vin 2020
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Über die Weinregion
Bordeaux – Pomerol: Merlot, große Terroirs und legendäre Weine
Pomerol ist eine kleine Appellation mit großem Namen
Pomerol gehört heute zu den prestigeträchtigsten Appellationen von Bordeaux. Dabei ist das Gebiet vergleichsweise klein. Nicht einmal 800 Hektar stehen unter Reben – weniger als ein Prozent der gesamten Rebfläche des Bordelais. Gleichzeitig entstehen hier einige der begehrtesten und teuersten Rotweine der Welt – nicht zuletzt, weil die Flächen klein und die Weine entsprechend rar sind. Rund 140 Erzeuger teilen sich die knapp 800 Hektar. Viele Güter verfügen nur über wenige Hektar Weinberge.
Die Appellation liegt unmittelbar östlich von Libourne am rechten Ufer der Dordogne und gehört damit zur Rive droite von Bordeaux. Im Norden trennt der kleine Fluss Barbanne Pomerol von Lalande-de-Pomerol, im Osten geht die Landschaft nahezu nahtlos in das Gebiet von Saint-Émilion über.
Vom römischen Obstgarten zur Weinregion
Der Name Pomerol wird auf das lateinische „pomarium“, also Obstgarten, zurückgeführt. Schon zur Römerzeit verliefen wichtige Verkehrswege durch das Gebiet. Später spielten die Hospitalbrüder des Johanniterordens eine bedeutende Rolle für den Weinbau. Pomerol lag zudem an einer Route des Jakobswegs und war über Jahrhunderte eng mit Pilgern und Reisenden verbunden.
Nach den Verwüstungen des Hundertjährigen Krieges belebten die Hospitalbrüder den Weinbau wieder. Wirtschaftlich orientierte sich Pomerol jedoch stärker nach Libourne als zur Stadt Bordeaux. Die Weine wurden traditionell über den Hafen von Libourne gehandelt und spielten im klassischen Handelssystem der Stadt Bordeaux eine geringere Rolle.
Das erklärt auch, warum Pomerol keine eigene Klassifikation hat. Damals genossen andere Gebiete deutlich mehr Prestige. Noch bis ins 20. Jahrhundert hinein war keineswegs selbstverständlich, dass Pomerol höher angesehen wurde als das benachbarte Fronsac.
Das änderte sich grundlegend. Heute steht Pomerol gemeinsam mit Saint-Émilion an der Spitze des rechten Bordeaux-Ufers, und Namen wie Petrus, Le Pin oder Lafleur gehören zu den Ikonen der gesamten Weinwelt.
Merlot – die prägende Rebsorte von Pomerol
Pomerol ist Merlot-Land. Die Rebsorte dominiert die Weinberge und prägt die meisten Cuvées. Viele Spitzenweine bestehen zu 80, 90 oder sogar 100 % aus Merlot. Die Sorte findet auf den Lehm- und Kiesböden der Appellation hervorragende Bedingungen und verbindet hier reife Frucht und Fülle mit erstaunlicher Tiefe und Langlebigkeit.
Typische Aromen reichen von Pflaume, Schwarzkirsche und Brombeere über Veilchen und Gewürze bis zu Trüffel, Tabak und erdigen Noten mit zunehmender Flaschenreife. Die großen Weine besitzen trotz ihrer Fülle eine bemerkenswerte Frische und können über Jahrzehnte reifen.
Die zweitwichtigste Sorte ist Cabernet Franc, der in der Region traditionell auch Bouchet genannt wird. Er steuert Frische, florale Aromen, Kräuterwürze und zusätzliche Struktur bei. Besonders eindrucksvoll zeigt sich sein Potenzial bei Weingütern, die einen vergleichsweise hohen Cabernet-Franc-Anteil verwenden.
Cabernet Sauvignon spielt dagegen eine deutlich kleinere Rolle als am linken Ufer von Bordeaux. Daneben existieren geringe Bestände von Malbec, Petit Verdot und weiteren zugelassenen Sorten.
Rotwein aus Pomerol – Fülle und Eleganz
Ein großer Rotwein aus Pomerol lässt sich nur schwer auf Kraft reduzieren. Zwar gehört die reife, samtige Merlot-Frucht zu den Kennzeichen der Appellation, doch die besten Weine besitzen gleichzeitig Frische, mineralische Spannung und ein ausgeprägtes Tanningerüst.
Dabei gibt es keinen einheitlichen Pomerol-Stil. Ein Wein von den kiesreichen Lagen kann anders wirken als einer von den schweren Lehmböden des zentralen Plateaus. Cabernet Franc verändert den Charakter einer Cuvée ebenso wie der Anteil von Merlot.
In der Jugend dominieren häufig dunkle Früchte, Veilchen, Gewürze und Grafit. Mit der Reife treten Trüffel, Unterholz, Leder und Tabak hinzu. Gerade diese Verbindung aus sinnlicher Frucht und komplexer Erdigkeit hat den Ruf von Pomerol entscheidend geprägt.
Das Terroir von Pomerol – Kies, Lehm und Eisen
Die kleine Fläche von Pomerol besitzt eine komplexe Geologie. Kies, Sand und Lehm wechseln teilweise auf kurzen Distanzen. Besonders begehrt sind die höher gelegenen Bereiche des Pomerol-Plateaus, wo Kiesauflagen mit tiefgründigen Lehmschichten zusammentreffen und wo die besten Pomerol-Weingüter in Sichtweite der besten Güter des Saint-Émilion zu finden sind.
Eine geologische Besonderheit ist die sogenannte crasse de fer. Dabei handelt es sich um eisenreiche Verfestigungen im Untergrund, die in Teilen der Appellation auftreten. Sie gehören zum charakteristischen Bodenprofil einiger berühmter Lagen, sollten aber nicht als einheitliches Merkmal sämtlicher Weinberge Pomerols verstanden werden.
Von besonderer Bedeutung sind die Lehmböden. Sie können Wasser speichern und versorgen die Reben auch während trockener Sommer. Gerade für Merlot ist das ein wichtiger Vorteil. Die Sorte reagiert empfindlich auf Trockenstress, während sie auf den lehmreichen Böden Pomerols auch in warmen Jahren lange und gleichmäßig ausreifen kann.
Das gemäßigte ozeanische Klima wird von der Nähe zu Dordogne und Isle beeinflusst. Die Sommer können warm und trocken sein, doch die beiden Flüsse wirken temperaturausgleichend. In Verbindung mit den unterschiedlichen Böden entstehen auf kleinem Raum zahlreiche individuelle Terroirs.
Keine Klassifikation – und trotzdem Weltklasse
Eine Besonderheit Pomerols ist das Fehlen einer offiziellen Klassifikation. Es gibt hier weder die fünf Cru-Stufen des Médoc noch das Klassifikationssystem von Saint-Émilion. Auf dem Etikett steht schlicht Pomerol.
Dem Prestige der führenden Weingüter hat das nicht geschadet. Im Gegenteil: Eine informelle Hierarchie hat sich längst durch internationale Nachfrage, Weinhandel, Kritiker und jahrzehntelange Qualitätskonstanz herausgebildet.
An der Spitze steht Petrus, dessen Weinberg auf dem berühmten lehmreichen Plateau liegt. Der fast ausschließlich aus Merlot erzeugte Wein wurde zu einem der berühmtesten und teuersten Bordeaux überhaupt.
Noch kleiner ist Le Pin, das erst Ende der 1970er-Jahre entstand und mit winzigen Produktionsmengen zu einem Symbol des modernen Pomerol wurde. Lafleur wiederum besitzt einen außergewöhnlich hohen Anteil an Cabernet Franc und steht für einen besonders eigenständigen, langlebigen Stil.
Bedeutende Weingüter in Pomerol
Neben Petrus, Le Pin und Lafleur besitzt Pomerol eine bemerkenswerte Dichte hochklassiger Weingüter. Vieux Château Certan gehört zu den historischen Referenzen der Appellation und verbindet Merlot traditionell mit einem bedeutenden Anteil Cabernet Franc.
Château Trotanoy liegt auf schweren, kies- und lehmgeprägten Böden und ist für kraftvolle, tiefgründige und ausgesprochen langlebige Weine bekannt. Ebenfalls zu den renommierten Namen gehören Château L’Église-Clinet, Château La Conseillante, Château L’Evangile, Château Clinet und Château Gazin.
Die Bezeichnung Château Certan begegnet in Pomerol gleich mehrfach, etwa bei Vieux Château Certan oder Certan de May. Sie erinnert an die lange Geschichte des Weinbaus auf dem Plateau und an historische Besitzteilungen, aus denen verschiedene heutige Weingüter hervorgegangen sind.
FAQ Pomerol
Was zeichnet Bordeaux aus Pomerol aus?
Was zeichnet Bordeaux aus Pomerol aus?
Pomerol steht vor allem für kraftvolle, geschmeidige und langlebige Rotweine mit viel Merlot. Typisch sind dunkle Frucht, Gewürze und mit zunehmender Reife Trüffel und erdige Noten.
Welche Rebsorte ist in Pomerol am wichtigsten?
Welche Rebsorte ist in Pomerol am wichtigsten?
Merlot dominiert deutlich. Die zweitwichtigste Sorte ist Cabernet Franc, der traditionell auch Bouchet genannt wird.
Warum ist Pomerol so berühmt?
Warum ist Pomerol so berühmt?
Auf weniger als 800 Hektar entstehen einige der begehrtesten Bordeaux-Weine überhaupt. Petrus, Le Pin, Lafleur, Vieux Château Certan und Château Trotanoy genießen weltweites Renommee.
Ist Petrus ein Château?
Ist Petrus ein Château?
Der Wein und das Weingut heißen schlicht Petrus. Anders als bei vielen anderen Bordeaux-Gütern gehört „Château“ nicht zum offiziellen Namen.
Gibt es eine Klassifikation in Pomerol?
Gibt es eine Klassifikation in Pomerol?
Nein. Pomerol besitzt bis heute keine offizielle Klassifikation. Die Reputation der einzelnen Weingüter hat sich über Qualität, Nachfrage und historische Bedeutung entwickelt.
Was ist die crasse de fer?
Was ist die crasse de fer?
Damit werden eisenreiche Verfestigungen im Untergrund bezeichnet, die in Teilen Pomerols vorkommen und zu den geologischen Besonderheiten der Appellation gehören.
Gibt es Weißwein aus Pomerol?
Gibt es Weißwein aus Pomerol?
Nein. Die AOC Pomerol ist eine reine Rotwein-Appellation.
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