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Château Figeac

Château Figeac

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Château Figeac aus Saint-Émilion: Ausnahme-Weingut mit Cabernet-Fokus, Kies-Terroir und großer Langlebigkeit. Stil, Geschichte und Besonderheiten im Überblick. 


Über das weingut

Château Figeac: Kies, Cabernet und die große Ausnahme von Saint-Émilion

Château Figeac gehört zu den eigenständigsten und zugleich faszinierendsten Weingütern von Saint-Émilion. Das vermutlich älteste Weingut des Bordelais befindet sich seit 1892 im Besitz der Familie Manoncourt und trägt seit 2022 – neben Château Pavie – den Titel „Premier Grand Cru Classé A“ von Saint-Émilion.

Während die Appellation gemeinhin für ihre vom Merlot geprägten, opulenten und vergleichsweise früh zugänglichen Weine bekannt ist, geht Figeac seit Jahrhunderten einen anderen Weg. Im Weinberg dominiert nicht der sonst vorherrschende Ton, sondern der Kies – und damit nicht der Merlot, sondern der Cabernet. Eine Konstellation, die Figeac stilistisch näher an das Médoc rückt als an viele seiner unmittelbaren Nachbarn.

Ein Terroir wie im Médoc – mitten in Saint-Émilion

Figeac liegt im Westen der Appellation, nahe der Grenze zu Pomerol, auf einer der größten zusammenhängenden Kiesflächen des rechten Ufers. Während weite Teile von Saint-Émilion von kalk- und tonreichen Böden geprägt sind, finden sich hier drei markante Kiesrücken (croupes), durchzogen von sandigen Anteilen und mit hervorragender Drainage. Besonders prägend sind die graves de l’enfer mit einer Tiefe von bis zu sieben Metern.

Diese Böden erwärmen sich schnell, speichern Wärme und zwingen die Reben zu tiefem Wurzelwachstum. Vor allem aber begünstigen sie jene Rebsorten, die man eher vom linken Ufer kennt: Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc.

Cabernet im Herzen von Saint-Émilion

Zusammen machen diese beiden Sorten bei Figeac traditionell den größten Anteil der Cuvée aus. Die ältesten Rebstöcke sind mittlerweile über 100 Jahre alt. Neuanpflanzungen erfolgen als sélection massale von diesen alten Beständen und werden als gemischter Satz mit etwa 40 % Cabernet Franc, 40 % Merlot und 20 % Cabernet Sauvignon angelegt.

Das Ergebnis ist ein Stil, der sich deutlich absetzt: weniger opulent, weniger süßlich in der Frucht, dafür straffer, kühler und von bemerkenswerter innerer Spannung geprägt. Cabernet Sauvignon bringt Struktur, Rückgrat und typische Noten von Cassis, Grafit und Zedernholz. Cabernet Franc ergänzt florale Nuancen, Frische und Präzision. Merlot sorgt für Fülle und Textur, ohne den Stil zu dominieren.

Diese Balance führt zu Weinen, die in der Jugend oft zurückhaltend und kühl wirken, mit festem Tannin und klarer Säurestruktur. Mit zunehmender Reife entfalten sie jedoch enorme Komplexität: Tabak, Leder, Gewürze, dunkle Früchte und eine feine, fast salzige Mineralität verbinden sich zu einem vielschichtigen Gesamtbild.

Geschichte und Kontinuität

Die Geschichte von Figeac reicht bis in die gallo-römische Zeit zurück. Der Name verweist auf die Familie Figeacus, deren Besitz bereits im zweiten Jahrhundert erwähnt wird. Noch heute finden sich römische Relikte auf dem Gut – und ebenso solche aus dem Mittelalter. Über Jahrhunderte hinweg blieb Figeac ein bedeutender Besitz, wurde jedoch mehrfach geteilt – woraus unter anderem Château Cheval Blanc hervorging.

Im 20. und 21. Jahrhundert wurde das Weingut maßgeblich von der Familie Manoncourt geprägt. Unter Thierry Manoncourt und seiner Familie entwickelte sich Figeac mit großer Konsequenz weiter – mit klarem Fokus auf Qualität, Präzision und Terroirausdruck. Kontinuität ist dabei ein zentrales Element: Direktor Frédéric Faye ist seit 2002 im Amt.

Ein Meilenstein war die umfassende Modernisierung von Keller und Weinbergen, die 2020 abgeschlossen wurde. Sie ermöglicht heute noch präzisere und selektivere Arbeit – ohne den klassischen Stil zu verändern.

Zwischen Tradition und Präzision

Heute verbindet Château Figeac traditionelle Werte mit moderner Önologie auf höchstem Niveau. Die Lese erfolgt selektiv in mehreren Durchgängen. Im rund 40 Hektar umfassenden Weingut wird parzellenspezifisch vinifiziert, um die Unterschiede der einzelnen Kiesrücken präzise herauszuarbeiten. 

Die Gärung erfolgt temperaturkontrolliert, der Ausbau in französischen Barriques, wobei der Anteil neuen Holzes stets auf Balance und Integration ausgerichtet ist. Ziel ist kein lauter, extraktreicher Stil, sondern ein Wein von Struktur, Tiefe und Eleganz. 

Gerade die jüngeren Jahrgänge zeigen, wie sehr diese Herangehensweise die Präzision geschärft hat: klarer, definierter und zugleich zugänglicher – bei zugleich größerer Kraft und Tanninstruktur. Figeac bleibt ein Wein für Geduldige, belohnt diese jedoch mit außergewöhnlicher Tiefe und Langlebigkeit. In großen Jahren zählt er zu den langlebigsten und komplexesten Weinen des rechten Ufers. 

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