Über das Weingut
Château de Sales
Château de Sales nimmt innerhalb von Pomerol eine besondere Stellung ein. Mit rund 47,6 Hektar Rebfläche ist es das größte Weingut der Appellation und zugleich eines der traditionsreichsten Familiengüter im gesamten Bordeaux. Seit 1464 ist der Besitz mit derselben Familie verbunden – heute in der 25. Generation.
Stilistisch steht Château de Sales für eher feine, zugängliche Weine aus Bordeaux. Der hohe Sandanteil der Böden sorgt für Duft, Frische und eine weniger massive Struktur als bei vielen tonreicheren Pomerols. Merlot dominiert, ergänzt von Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc. Das Ergebnis ist ein klassischer Wein der rive droite, der auf Balance und Finesse statt auf maximale Wucht setzt.
Eine Familiengeschichte seit 1464
Nur wenige Bordeaux-Güter können auf eine vergleichbare Kontinuität zurückblicken. Bereits 1464 kam das erste Mitglied der heutigen Besitzerfamilie nach de Sales. Kriege, Revolutionen und politische Umbrüche änderten daran nichts.
Heute wird das Gut von einer großen Familiengesellschaft getragen, in der 14 Cousins und Cousinen beteiligt sind. Henri und Marguerite de Lambert gehören zu den prägenden Eigentümern, Marine Treppoz steht an der Spitze der Gesellschaft. Diese ungewöhnliche Konstruktion zeigt, wie stark Château de Sales noch immer als Familienprojekt verstanden wird.
Auch architektonisch ist der Besitz außergewöhnlich. Das Château selbst ist eines der wenigen wirklich großen Schlossgebäude in Pomerol und seit 1996 als historisches Monument geschützt. Der gesamte Besitz umfasst rund 90 Hektar mit Park, See und Wald.
47,6 Hektar im Westen von Pomerol
Die Rebflächen liegen im äußersten Westen der Appellation Pomerol, größtenteils in einem zusammenhängenden Block direkt beim Château. Die Böden unterscheiden sich deutlich von den schweren Lehmlagen im Zentrum des Pomerol-Plateaus. Sand und Kies spielen hier eine wesentlich größere Rolle. Dadurch entstehen Weine, die stärker auf aromatische Finesse, Duft und geschmeidige Textur ausgerichtet sind.
Eine Besonderheit ist eine etwa drei Hektar große Parzelle jenseits der heutigen Grenze in Lalande-de-Pomerol. Sie darf weiterhin unter der AOC Pomerol geführt werden, solange Château de Sales im Besitz derselben Familie bleibt.
Merlot, Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc
Die Weinberge sind zu rund 73 % mit Merlot, zu 15 % mit Cabernet Sauvignon und zu 12 % mit Cabernet Franc bepflanzt. Merlot bildet damit klar das Fundament und liefert Pflaume, Kirsche, dunkle Beeren und eine geschmeidige Textur. Cabernet Sauvignon spielt für Pomerol eine vergleichsweise wichtige Rolle und bringt Struktur, Cassis und zusätzliche Länge. Cabernet Franc ergänzt florale und kräuterwürzige Noten sowie Frische.
Die Reben sind im Durchschnitt etwa 50 Jahre alt. Jüngere Neupflanzungen werden sukzessive in die Produktion integriert. Gerade die relativ ausgewogene Kombination der drei Sorten gibt Château de Sales ein eigenes Profil innerhalb Pomerols.
Ein eher feiner Pomerol
Château de Sales gehört nicht zu den massivsten Weinen der Appellation. Das ist kein Nachteil, sondern Teil seiner Identität. Die sandig-kiesigen Böden liefern rote und dunkle Frucht, Veilchen, feine Kräuternoten und eine geschmeidige Tanninstruktur. Am Gaumen wirkt der Wein meist mittelgewichtig, saftig und zugänglich, mit klarer Frische und einer eher linearen als breiten Struktur.
Mit etwas Flaschenreife entwickeln sich zusätzliche Noten von Tabak, Zeder, Trüffel und Erde. Die Weine können gut reifen, sind aber selten darauf angewiesen, viele Jahre verschlossen im Keller zu liegen.
Präzisere Arbeit im Weinberg
Château de Sales befindet sich seit einigen Jahren in einem deutlichen Qualitätswandel. Die Arbeit im Weinberg wird stärker parzellenspezifisch organisiert. Das Erziehungssystem wird schrittweise von Guyot Simple auf Guyot Double umgestellt, die Düngung präziser an die Bedürfnisse einzelner Parzellen angepasst und die Drainage verbessert.
Auf Herbizide und chemische Unkrautvernichter wird verzichtet. Ziel ist eine bessere Balance der Reben und eine gleichmäßigere Reife der Trauben. Die Lese erfolgt ausschließlich von Hand. Seit 2018 wurde zudem die manuelle Sortierung intensiviert, um die Qualität des Leseguts weiter zu verbessern.
Klassische Vinifikation mit wenig neuem Holz
Die Gärung erfolgt vor allem in Zementtanks mit einem Fassungsvermögen von etwa 100 bis 179 Hektolitern sowie in kleineren Edelstahltanks. Der Ausbau des Grand Vin dauert rund zwölf Monate. Etwa 20 % der Barriques sind neu. Dieser Anteil wurde gegenüber früher deutlich erhöht – zuvor lag er nur bei etwa 5 %.
Trotzdem bleibt der Holzeinsatz vergleichsweise zurückhaltend. Das Ziel ist nicht eine ausgeprägte Barrique-Aromatik, sondern eine feinere Tanninstruktur und zusätzliche Komplexität. Der Zweitwein reift teils im Tank, teils im gebrauchten Barrique und erhält kein neues Holz.
Château de Sales und Château Chantalouette
Etwa 70 % der Produktion entfallen auf "Château de Sales". Der Zweitwein heißt "Château Chantalouette" und macht ungefähr 30 % aus. Daneben gibt es noch eine weitere Selektion, die nicht als eigene Flaschenmarke vermarktet, sondern als Fasswein verkauft wird.
Ein großes Weingut mit ruhiger Handschrift
Château de Sales ist innerhalb Pomerols in mehrfacher Hinsicht ungewöhnlich: Größtes Weingut der Appellation, seit mehr als einem halben Jahrtausend in Familienhand und stilistisch stärker von Sand und Kies geprägt als viele berühmte Nachbarn.
Château de Sales steht für eine klassische, eher elegante Seite der Weine aus Bordeaux vom rechten Ufer – zugänglich, klar konturiert und tief in der Geschichte von Pomerol verwurzelt.
Genießen Sie eine erlesene Auswahl an Weinen aus verschiedenen Regionen

Ihr persönlicher Weinkontakt - individuell und regional
Ob seltene Jahrgänge, großformatige Flaschen oder individuelle Lagerlösungen – unser Expertenteam nimmt sich Zeit für Ihre Wünsche. Persönlich, telefonisch oder per E-Mail.


