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Über das Weingut
Château Brane-Cantenac
Château Brane-Cantenac gehört zu den charaktervollen Weingütern von Margaux und ist seit 1855 als Deuxième Grand Cru Classé eingestuft. Der Stil des Hauses ist klassisch und zugleich sehr eigenständig: duftig, fein strukturiert und präzise, mit seidig wirkenden Tanninen und einem langen, kühlen Finale.
Cabernet Sauvignon prägt den Grand Vin heute deutlicher als früher, während Merlot für Fülle und Geschmeidigkeit sorgt. Kleine Mengen Cabernet Franc und sogar Carménère ergänzen die Cuvée. Das Ergebnis sind Weine aus Bordeaux, die weniger über schiere Kraft als über Balance, Frische und aromatische Tiefe überzeugen.
Das Plateau de Brane als Herzstück
Der Besitz umfasst rund 75 Hektar Rebfläche. Das historische Zentrum bildet eine etwa 45 Hektar große Parzelle hinter dem Château. Besonders bedeutend ist das Plateau de Brane, eine rund 22 Meter hoch gelegene Kieskuppe in Cantenac. Die Böden bestehen hier aus Sand und sehr grobem Kies. Teilweise reichen die Kiesablagerungen bis in etwa zwölf Meter Tiefe. Sie sorgen für ausgezeichnete Drainage und zwingen die Reben zu tiefer Durchwurzelung.
Gerade Cabernet Sauvignon profitiert von diesen mageren, warmen Böden. Die Rebsorte entwickelt hier Cassis, Grafit, florale Noten und eine besonders feine Tanninstruktur. Die etwas tiefer gelegenen, tonreicheren Partien bieten dagegen günstigere Voraussetzungen für Merlot. Diese Unterschiede zwischen den einzelnen Parzellen sind zentral für den Stil von Château Brane-Cantenac und erklären die große aromatische Spannweite der fertigen Cuvée.
Henri Lurton und eine wissenschaftliche Herangehensweise
Seit 1925 befindet sich Château Brane-Cantenac im Besitz der so berühmten und prägenden Bordelaiser Familie Lurton. Über François und Lucien Lurton gelangte es schließlich zu Henri Lurton, der das Gut 1992 übernahm.
Henri Lurton verbindet praktische Erfahrung mit einem ungewöhnlich ausgeprägten wissenschaftlichen Hintergrund. Er studierte Biologie, Ampelographie und Önologie und arbeitet seit Jahrzehnten mit Forschungseinrichtungen in Bordeaux zusammen.
Diese Denkweise zeigt sich im Weinberg. Umfangreiche Bodenuntersuchungen dienen dazu, Rebsorten und Unterlagen möglichst präzise an die einzelnen Bodentypen anzupassen. Eine eigene Wetterstation ist in ein europäisches Messnetz eingebunden, zusätzlich arbeitet das Gut mit Météo France zusammen. Das Ziel ist nicht Technik um ihrer selbst willen, sondern eine möglichst genaue Anpassung der Weinbergsarbeit an Boden, Wetter und Jahrgang.
Cabernet Sauvignon gewinnt an Bedeutung
Im gesamten Weinberg entfallen rund 55 % auf Cabernet Sauvignon, etwa 40 % auf Merlot, rund 4,5 % auf Cabernet Franc und etwa 0,5 % auf Carménère. Im Grand Vin liegt der Cabernet-Anteil inzwischen häufig deutlich höher. Während der Jahrgang 2005 noch rund 56 % Cabernet Sauvignon enthielt, liegt der Anteil in jüngeren Cuvées regelmäßig über 70 %.
Diese Entwicklung hat dem Wein zusätzliche Struktur, Frische und Komplexität gegeben. Cabernet Sauvignon liefert Cassis, Grafit und florale Noten, Merlot dunkle Frucht und Textur. Cabernet Franc steuert zusätzliche Frische und Würze bei.
Eine Besonderheit ist Carménère. Eine kleine Parzelle wurde 2007 neu angelegt. Die Rebsorte macht im Grand Vin meist höchstens etwa 0,5 % aus, wird von Henri Lurton aber wegen ihrer würzigen und komplexen Aromatik geschätzt.
Der Stil von Château Brane-Cantenac
Brane-Cantenac gehört zu den besonders duftigen Interpretationen von Margaux. Cassis, rote und schwarze Kirschen treffen auf Veilchen, Iris, Grafit und feine Gewürze.
Am Gaumen sind die Tannine präzise und feinmaschig. Der Wein wirkt selten massiv, besitzt aber eine erstaunliche innere Spannung und Länge. Gerade gute Jahrgänge zeigen, wie gut sich diese zunächst zurückhaltende Stilistik entwickeln kann.
Mit zunehmender Flaschenreife entstehen zusätzlich Noten von Zeder, Tabak, Leder und Waldboden. Die besten Jahrgänge gehören zu den gesuchten Parker Weinen und anderen hoch bewerteten Bordeaux-Gewächsen, ohne dass Brane-Cantenac seinen eher diskreten Charakter verliert.
Ausbau mit deutlich neuem Holz
Der Grand Vin reift in der Regel rund 18 Monate in französischen Barriques. Der Anteil neuer Eiche liegt laut den vorliegenden Angaben bei etwa 70 %. Henri Lurton überprüft die Parameter Herkunft, Toasting und Charakter der Fässer kontinuierlich, um das Holz möglichst präzise an den Wein anzupassen.
Für die Vinifikation kommen Eichen-, Edelstahl- und Zementtanks zum Einsatz. Ziel ist eine kontrollierte Extraktion und eine möglichst klare Darstellung der einzelnen Parzellen.
Baron de Brane und Le Margaux de Brane
Nur etwa 40 bis 50 % der Produktion gelangen in den Grand Vin "Château Brane-Cantenac". Mit "Baron de Brane" besitzt das Gut seit dem Jahrgang 1989 einen Zweitwein. Er stammt aus ausgewählten Parzellen und wird so assembliert, dass er die Stilistik des Hauses etwas früher zugänglich zeigt.
Daneben gibt es "Le Margaux de Brane", den dritten Wein des Châteaus. Bis 2014 wurde er als "Château Notton" vermarktet. Er stammt überwiegend von jungen, etwa drei bis zehn Jahre alten Reben und wird vor allem von Cabernet Sauvignon geprägt.
Auch ein weißer Brane-Cantenac
Seit 2019 erzeugt Château Brane-Cantenac außerdem einen trockenen Weißwein namens "Brane-Cantenac Blanc" aus rund drei Hektar Rebfläche in der Nähe des Châteaus.Die Rebsortenverteilung liegt bei etwa 75 % Sauvignon Blanc und 25 % Sémillon. Damit zeigt das Gut eine weitere Facette seines Terroirs, auch wenn der Grand Vin Rouge klar im Zentrum der Identität bleibt.
Nachhaltigkeit und Biodiversität
Mehr als ein Viertel des Weinbergs wird vollständig biologisch bewirtschaftet. Ausgangspunkt war die rund zehn Hektar große Parzelle La Verdotte, deren Umstellung 2010 begann.Darüber hinaus spielen Biodiversität und Landschaftspflege eine wichtige Rolle. Hecken, Trockenwiesen und andere Rückzugsräume sollen das ökologische Gleichgewicht innerhalb des Besitzes fördern.Auch hier folgt Brane-Cantenac keinem demonstrativen Ansatz. Die Veränderungen werden schrittweise umgesetzt und wissenschaftlich begleitet.
Ein Deuxième Grand Cru mit stiller Präzision
Château Brane-Cantenac gehört nicht zu den lautesten Namen von Margaux – doch darin liegt ein Teil seines Reizes. Das Plateau de Brane liefert ein außergewöhnliches Kies-Terroir, Cabernet Sauvignon sorgt zunehmend für Struktur und Länge, Merlot für Geschmeidigkeit und Cabernet Franc für aromatische Präzision.
Unter Henri Lurton verbindet das Château Tradition mit einer ausgesprochen analytischen Weinbergsarbeit. So entstehen Weine aus Bordeaux, die Finesse nicht mit Leichtigkeit verwechseln: duftig, fein strukturiert, langlebig und tief im Terroir von Margaux verwurzelt.
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