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Château Beychevelle Grand Vin 2019
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Über das Weingut
Château Beychevelle
Château Beychevelle gehört zu den bekanntesten Weingütern von Saint-Julien und ist seit 1855 als Quatrième Grand Cru Classé eingestuft. Das unmittelbar an der Gironde gelegene Château verbindet die klassische Struktur des Médoc mit einer für Saint-Julien typischen Eleganz. Cabernet Sauvignon bestimmt das Rückgrat, während ein vergleichsweise hoher Anteil Merlot für Fülle und Geschmeidigkeit sorgt. Petit Verdot und in geringerem Umfang Cabernet Franc ergänzen die Assemblage.
Der Grand Vin zeigt damit einen Stil, der weniger auf maximale Kraft als auf Balance, feine Tannine und eine ruhige Entwicklung setzt. Cassis und dunkle Kirsche verbinden sich mit Graphit, Zeder, Tabak und floralen Nuancen – ein klassischer Grand Vin de Bordeaux mit ausgeprägtem Reifepotenzial.
Das Château der gesenkten Segel
Kaum ein Bordeaux-Etikett ist so unverwechselbar wie das Schiff von Château Beychevelle. Dahinter steht die berühmte Legende des Baisse voile – "Senkt die Segel". Im 17. Jahrhundert gehörte das Château dem mächtigen Herzog von Épernon, Admiral von Frankreich. Vorbeifahrende Schiffe sollen aus Respekt ihre Segel eingeholt haben.
Aus Baisse voile beziehungsweise dem gascognischen Bécha Véla entwickelte sich der Überlieferung zufolge der Name Beychevelle. Ob die Geschichte sprachhistorisch vollkommen zutrifft, ist weniger entscheidend als ihre Wirkung: Das Schiff mit gesenktem Segel ist seit Langem das Symbol des Châteaus.
Heute umfasst der gesamte Besitz etwa 250 Hektar. Rund 90 Hektar davon sind mit Reben bepflanzt; Wälder, Wiesen und andere Naturflächen bilden den übrigen Teil des Anwesens, das seit 2011 zu GMF – Grands Millésimes de France gehört, gemeinsam mit Castel, die die Nachfolge der Versicherung Ethias antraten, sowie dem Investor Suntory.
Zwei große Kiesplateaus an der Gironde
Der Kern der Weinberge liegt auf zwei großen Plateaus aus tiefgründigem Garonne-Kies. Die während des Pleistozäns entstandenen Böden bestehen aus Kieseln und Sand, sind nährstoffarm und ausgesprochen gut drainiert. Dadurch werden die Reben zu einer tiefen Durchwurzelung gezwungen.
Hinzu kommen Partien mit höheren Lehmanteilen. Diese Unterschiede sind für die Rebsorten entscheidend. Cabernet Sauvignon findet auf den warmen, trockenen Kieslagen ideale Voraussetzungen, während Merlot auf etwas lehmigeren Böden von der besseren Wasserversorgung profitiert.
Unmittelbar vor dem Château liegt die Gironde. Die große Wasserfläche wirkt temperaturausgleichend, mildert Extreme und unterstützt eine gleichmäßige Reife der Trauben. Gerade in zunehmend warmen Jahren wird dieser regulierende Einfluss immer wichtiger.
Ungewöhnlich viel Merlot für Saint-Julien
Der Weinberg von Château Beychevelle besitzt traditionell einen vergleichsweise hohen Merlot-Anteil. Nach den vorliegenden Angaben sind rund 54 % der Fläche mit Cabernet Sauvignon und etwa 40 % mit Merlot bepflanzt. Dazu kommen ungefähr 4 % Petit Verdot und nur noch geringe Mengen Cabernet Franc.
Viele der Merlot-Reben besitzen ein beträchtliches Alter. Langfristig wird jedoch ein Teil dieser Flächen nach dem Ende ihrer natürlichen Lebensdauer durch Cabernet Sauvignon ersetzt. Der Stil dürfte dadurch künftig noch etwas stärker vom Cabernet geprägt werden.
Cabernet Sauvignon bringt Cassis, Struktur und Grafit. Merlot sorgt für dunkle und rote Frucht sowie eine geschmeidigere Textur. Petit Verdot ergänzt Veilchen, Gewürze und zusätzliche Spannung. Cabernet Franc spielt inzwischen nur noch eine kleine Rolle.
Der Stil von Château Beychevelle
Beychevelle gehört zu den besonders geschmeidigen Interpretationen von Saint-Julien. Schwarze Johannisbeere, Brombeere und Schwarzkirsche treffen auf Zedernholz, Tabak, Grafit und häufig florale Noten.
Die Tannine sind präsent, aber fein gearbeitet. Gerade in jüngeren Jahrgängen zeigt sich neben der klassischen Eleganz zunehmend mehr Fruchttiefe und Konzentration. Die offizielle Beschreibung des 2022ers betont beispielsweise gleichzeitig Fülle, kontrollierte Tanninkraft, Frische und Länge – ein gutes Beispiel für die aktuelle stilistische Richtung.
Mit der Flaschenreife entwickelt der Wein tertiäre Noten von Tabak, Leder, Gewürzen und Waldboden. Große Jahrgänge besitzen ein ausgezeichnetes Reifepotenzial und werden regelmäßig von internationalen Kritikern hoch bewertet, darunter auch im Umfeld der bekannten Parker Weine.
Präzisere Kellerarbeit seit 2016
Ein entscheidender Modernisierungsschritt war der neue Keller, der seit dem Jahrgang 2016 genutzt wird. Seine 59 doppelwandigen, konischen Gärbehälter erlauben es, einzelne Parzellen wesentlich präziser zu vinifizieren. Bereits seit 2015 wird zusätzlich mit optischer Traubensortierung gearbeitet.
Diese technische Präzision hat den Stil verändert. Frucht und Tannine werden genauer herausgearbeitet, ohne den grundsätzlich geschmeidigen Charakter von Beychevelle aufzugeben.
Auch der Holzeinsatz wurde erhöht. Seit dem Jahrgang 2016 liegt der Anteil neuer Eiche beim Grand Vin laut den vorliegenden Angaben bei rund 60 %. Beim "Amiral de Beychevelle" sind es etwa 30 %. Aktuelle Jahrgänge können noch darüber liegen: "Château Beychevelle" 2022 wurde beispielsweise mit 70 % neuen Fässern ausgebaut.
Château Beychevelle und Amiral de Beychevelle
An der Spitze steht "Château Beychevelle", der Quatrième Grand Cru Classé und eigentliche Grand Cru des Hauses. Etwa die Hälfte der Produktion kann für ihn verwendet werden, wobei die genaue Auswahl vom Jahrgang abhängt.
"Amiral de Beychevelle" ist die zweite Selektion. Er stammt unter anderem von jüngeren Reben und ausgewählten Parzellen und zeigt den Stil des Hauses meist in einer früher zugänglichen Form. Der Ausbau ist kürzer und der Anteil neuer Eiche geringer als beim Grand Vin.
Daneben erzeugt das Gut "Brulières de Beychevelle". Dieser Wein stammt aus separaten Flächen der AOC Haut-Médoc und ist deshalb kein klassischer Zweit- oder Drittwein des Saint-Julien.
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