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Château Cheval Blanc – Kollektionsbild

Château Cheval Blanc

20 Produkte

Château Cheval Blanc – legendäres Premier Grand Cru aus Saint-Émilion. Cabernet Franc, Merlot und zwei Jahrhunderte Bordeaux-Geschichte. 


Über das Weingut

Château Cheval Blanc: Saint-Émilion zwischen Kraft und Eleganz

Geschichte von Château Cheval Blanc

Die Geschichte von Château Cheval Blanc – dem „weißen Pferd" – beginnt mit einer Erbteilung. Im Jahr 1832 erwarb Jean-Jacques Ducasse, Präsident des Handelsgerichts von Libourne, Weinbergsparzellen im nordwestlichen Saint-Émilion, ursprünglich Teil des großen Figeac-Guts der Gräfin Felicité de Carle-Trajet. Der damalige Name des Grundstücks lautete schlicht „Le Barrail de Cailloux" – das Fass oder der Bottich der kleinen Steine, benannt nach den charakteristischen Kieselböden.

Den entscheidenden Schritt tat Mille Ducasse, als sie 1852 Jean Laussac-Fourcaud heiratete und ihm zwei der fünf vom Kies geprägten Hügel als Mitgift einbrachte, die sich durch die Weinberge von Cheval Blanc und Figeac ziehen. Die Familie Laussac-Fourcaud baute das heutige Château, legte in den 1860ern ein umfassendes Drainagesystem an – wahrscheinlich das erste seiner Art am gesamten rechten Ufer Bordeaux' – und vergrößerte den Besitz bis 1871 auf 41 Hektar und damit auf die noch heute bestehende Größe. Der erste Wein, der unter dem Namen Château Cheval Blanc veräußert wurde, war der 1852er.

Im 20. Jahrhundert festigte Cheval Blanc seinen Ruf mit geradezu mythischen Jahrgängen: Der 1947er Cheval Blanc gilt vielen als bester Bordeaux, der je produziert wurde. 1954 erhielt das Château als eines von nur zwei Weingütern den höchsten Rang der Saint-Émilion-Klassifikation: Premier Grand Cru Classé A – neben Château Ausone.

Im Jahr 1998 erwarb eine Partnerschaft aus Bernard Arnault (LVMH) und dem belgischen Investor Baron Albert Frère das Gut von der Familie Fourcaud-Laussac für rund 135 Millionen Euro und übertrug die Leitung an Pierre Lurton. 2009 übernahm LVMH vollständig die verbleibenden Anteile – Gerüchten zufolge zu einem Preis von rund 15 Millionen Euro pro Hektar, dem damaligen Rekordwert im Bordeaux.

Ein weiterer Meilenstein folgte 2011: Das Château investierte über 20 Millionen Dollar in eine neue Kellerei, entworfen vom Pritzker-Architektur-Preisträger Christian de Portzamparc – ein geschwungener, moderner Bau unter einem Hügel, der sich harmonisch in die Saint-Émilion-Landschaft einfügt und mit 52 temperaturkontrollierten Betonbehältern in 14 verschiedenen Größen für eine vollständig parzellenbasierte Vinifikation ausgestattet ist.

Im Jahr 2021 sorgte Cheval Blanc für eine historische Entscheidung: Das Château zog sich gemeinsam mit Château Ausone und kurz darauf Château Angélus aus der Saint-Émilion-Klassifikation zurück. Ab dem Jahrgang 2022 trägt das Etikett keine Klassifikationsangabe mehr – der Ruf des Weinguts steht weit jenseits jeder administrativen Einstufung.

Philosophie von Château Cheval Blanc

Die Philosophie von Château Cheval Blanc lässt sich in einem Satz zusammenfassen, nämlich, das Besondere, das Einzigartige des Ortes, den sens of place in die Flasche zu bringen. Jedes Detail der Arbeit – von der Lese bis zur Abfüllung – dient diesem einen Ziel: den einzigartigen Terroir-Ausdruck des Guts zu ermöglichen.

Dafür wird jede der 54 Weinbergsparzellen individuell geerntet, vinifiziert und bewertet, bevor die besten Partien zur Grand-Vin-Cuvée zusammengefügt werden. Die Ernte erfolgt nicht auf maximale phenolische Reife ausgerichtet, sondern bewusst differenziert: Einige Parzellen werden „al dente" gelesen – ein Ausdruck, der in der Kellerphilosophie von Cheval Blanc für jene charakteristische Frische und Präzision steht, die den Wein unverwechselbar macht.

Seit 1996 betreibt Cheval Blanc ein Massal-Selektionsprogramm für seinen Cabernet Franc: Stecklinge für Neupflanzungen kommen ausschließlich aus den ältesten, besten Beständen des eigenen Guts – ein Bekenntnis zu Authentizität und langfristiger Terroir-Kontinuität. Darüber hinaus bewegt sich das Gut konsequent in Richtung Agroökologie: natürliche Bodenbedeckung, stark reduzierter Pflanzenschutz, Förderung der Biodiversität über und unter der Erdoberfläche, Deckfrüchte und zusätzliche Bepflanzungen, die tiefes Wurzelwachstum und Wasserretention in Zeiten des Klimawandels fördern sollen.

Trauben der Rebsorte Montepulciano

Terroir und Rebsorten

Die Lage von Château Cheval Blanc ist einzigartig in ganz Bordeaux: Das Gut liegt im Nordwesten von Saint-Émilion, direkt an der Grenze zu Pomerol – so nah, dass seine Weinberge an jene von Château L'Évangile grenzen. Diese Grenzlage ist kein geografischer Zufall, sondern die Quelle des unverwechselbaren Stils: die Opulenz und Tiefe des Pomerol, gepaart mit der floralen Eleganz und Struktur von Saint-Émilion.  

Das 39-Hektar-Weinbergsplateau besitzt ein dreigeteiltes Terroir: 

  • 40 % Kies über blauem Ton (Argile bleu) – der wichtigste Boden, auf dem die alten Cabernet-Franc-Stöcke stehen 
  • 40 % tiefe Kiesböden – für Frische und Struktur 
  • 20 % Sandiger Ton – für Weichheit und aromatische Zugänglichkeit  

Zwei der fünf Kieselhügel von Saint-Émilion liegen auf dem Grundstück. Die Drainage durch das historische System aus dem 19. Jahrhundert und der wärmere Mikroklimaeffekt des von Gebäuden umschlossenen Geländes sorgen für eine charakteristisch frühe und gleichmäßige Reife des Cabernet Franc – in einer Region, in der diese Rebsorte traditionell als schwierig gilt.  

Die Rebsorten-Zusammensetzung ist für den rechten Bordeaux-Arm außergewöhnlich: 

  • 52 % Cabernet Franc – für florale Aromen, Struktur und Langlebigkeit; einige Stöcke stammen noch von 1920, die Mehrzahl aus den 1950ern 
  • 43 % Merlot – für Fülle, dunkle Frucht und Textur 
  • 5 % Cabernet Sauvignon – sparsam eingesetzt, je nach Jahrgang  

Das durchschnittliche Rebenalter liegt bei 45 Jahren, bei einer Pflanzdichte von 8.000 Rebstöcken pro Hektar.  

Die Geschichte des Weißweins von Cheval Blanc, dem Petit Cheval Blanc begann im Jahr 2006, als man das benachbarte Château La Tour du Pin erwarb, einen Cru Classé mit einer Fläche von rund acht Hektar. Dort wurden fast ausschließlich rund 80 % Sauvignon Blanc und 20 % Sémillon gepflanzt. 

Frankreich

Die Weine von Château Cheval Blanc 

Das Portfolio von Château Cheval Blanc ist überschaubar und auf das Wesentliche konzentriert – drei Weine, die dasselbe Terroir auf unterschiedlichen Ausdrucksebenen zeigen. 

Château Cheval Blanc 
(Grand Vin) 

Der Grand Vin ist der Ausdruck des gesamten Guts in seiner vollständigsten Form. Jede Parzelle wird einzeln in einem der 52 individuell bemessenen Betonbehälter vinifiziert. Die besten Partien werden zur Assemblage des Grand Vin. Der Wein reift 18 Monate in 100 % neuem französischen Eichenholz. Pro Jahrgang entstehen zwischen 6.000 und 10.000 Kisten. Es ist einer der langlebigsten Bordeaux-Weine überhaupt – die besten Jahrgänge entwickeln sich über 50 Jahre und mehr.  

Zu den herausragenden Jahrgängen zählen: 1947, 1949, 1961, 1982, 1990, 2000, 2005, 2009, 2010, 2015, 2018, 2019, 2020, 2022 und 2023.  


Le Petit Cheval 
(Zweitwein, seit 1988)

Le Petit Cheval entsteht aus denselben Weinbergen, aus Parzellen und Fässern, die die strenge Selektion für den Grand Vin nicht bestehen. Er wird in 50 % neuen Eichenfässern ausgebaut und ist Merlot-dominanter als der Grand Vin – zugänglicher in der Jugend, aber in guten Jahren für 15–20 Jahre lagerfähig.  


Le Petit Cheval Blanc 
(Weißwein, seit 2015) 

Der jüngste Wein des Hauses ist ein weißer Bordeaux Wein. Aus 80 % Sauvignon Blanc und 20 % Sémillon – ausgebaut in 400-Liter-Eichenholzfässern.

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