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Weingut von Chateau Angelus

Château Angélus

16 Produkte

Château Angélus steht für Weine aus Bordeaux mit Tiefe und Spannung aus Saint-Émilion – geprägt von Merlot und außergewöhnlich viel Cabernet Franc.


Über das Weingut

Château Angélus

Château Angélus ist weit mehr als einer der bevorzugten Weine von James Bond. Das Château gehört zu den bekanntesten Weingütern von Saint-Émilion und zählt seit Jahrzehnten zu den international gesuchten Weinen aus Bordeaux. Der Stil wird von zwei Rebsorten geprägt: Merlot sorgt für Fülle, dunkle Frucht und geschmeidige Textur, während Cabernet Franc Frische, florale Würze und Struktur einbringt.

Gerade der hohe Cabernet-Franc-Anteil unterscheidet Angélus von vielen anderen großen Châteaux der Appellation. Rund 47 % der Rebfläche sind heute mit Cabernet Franc bepflanzt, etwa 50 % mit Merlot und nur rund 3 % mit Cabernet Sauvignon. Petit Verdot spielt dagegen keine Rolle.

Vom Château Mazerat zu Angélus

Die Familie de Boüard ist seit 1782 mit dem Gut verbunden. Lange trug der Besitz den Namen Château Mazerat. Erst im 20. Jahrhundert setzte sich zunehmend die Bezeichnung Angélus durch, nachdem die Familie 1923 den rund drei Hektar großen Clos L’Angélus erworben hatte. 

Der Name verweist auf das Angelus-Gebet. Vom Weinberg aus soll man traditionell die Glocken mehrerer Kirchen von Saint-Émilion hören können. Dieses Motiv wurde zu einem zentralen Bestandteil der Identität des Hauses und findet sich auch auf dem Etikett. 

Heute führt Stéphanie de Boüard-Rivoal das Château gemeinsam mit ihrem Cousin Thierry Grenié de Boüard. Zuvor hatte ihr Vater Hubert de Boüard ab 1985 die Entwicklung des Guts entscheidend geprägt. 

Eine besondere Geschichte innerhalb der Klassifikation 

Château Angélus hat innerhalb der Saint-Émilion-Klassifikation eine außergewöhnliche Entwicklung durchlaufen. Das Gut war zunächst Grand Cru Classé, stieg 1996 zum Premier Grand Cru Classé B auf und wurde 2012 schließlich zum Premier Grand Cru Classé A erhoben. Damit durchlief Angélus als einziges Château sämtliche Stufen der Klassifikation. 

Vor der Neuauflage der Klassifikation 2022 zog sich Angélus jedoch aus dem Verfahren zurück. Der frühere Status als Premier Grand Cru Classé A ist deshalb historisch korrekt, gilt aber nicht als aktuelle Klassifikation. 

Unabhängig davon gehört das Château weiterhin zu den international bekanntesten Adressen für Weine aus Bordeaux und wird regelmäßig von führenden Kritikern bewertet. Große Jahrgänge zählen entsprechend zu den gesuchten Parker Weinen aus Saint-Émilion. 

Drei Bodentypen und ein Schlüssel zum Cabernet Franc 

Die Weinberge umfassen rund 39 Hektar. Für die 2012er-Klassifikation waren davon 27 Hektar dem damaligen Premier Grand Cru Classé A zugeordnet. Die Böden lassen sich grob in drei Bereiche unterteilen. 

Ein Teil besteht aus flachen Lehm-Kalksteinböden, bei denen das Muttergestein teilweise schon in etwa 30 Zentimetern Tiefe liegt. Ein weiteres Drittel befindet sich an südlich exponierten Hängen mit sandigem Kalkstein über dichtem Lehm. Gerade hier wächst heute ein großer Teil des Cabernet Franc. Am Fuß der Hänge finden sich Mischungen aus Lehm und sandigem Kalkstein. 

Besonders interessant sind die Cabernet-Franc-Parzellen mit sandig-lehmigem Oberboden über tiefem Ton. Der obere Boden erwärmt sich schnell und unterstützt die Reife, während der Ton darunter Wasser und Kraft liefert. Diese Kombination gilt im Château als wesentlich für die besondere Qualität des Cabernet Franc. 

Merlot Wein mit fast ebenso viel Cabernet Franc 

Merlot bleibt bei Angélus die wichtigste Sorte, doch der Abstand zum Cabernet Franc ist gering. Das macht den Stil eigenständig. 

Der Merlot Wein-Charakter zeigt sich in dunkler Kirsche, Brombeere, Pflaume und einer dichten, geschmeidigen Textur. Cabernet Franc steuert Veilchen, Kräuter, Gewürze und eine frische, lineare Struktur bei. Cabernet Sauvignon spielt nur noch eine kleine ergänzende Rolle. 

Diese Verteilung ist das Ergebnis gezielter Veränderungen im Weinberg. Hubert de Boüard reduzierte ungeeignete Pflanzungen, veränderte Unterlagen und Pflanzdichten und setzte verstärkt auf Massenselektion alter Merlot- und Cabernet-Franc-Reben. 

Kraft, Seidigkeit und Würze

Stilistisch gehört Angélus zu den reicheren und kraftvolleren Interpretationen von Saint-Émilion. Die Weine zeigen häufig Schwarzkirsche, Brombeere und Pflaume, dazu Veilchen, Lakritz, Kräuter, Zedernholz und Gewürze. 

Am Gaumen wirkt der Wein dicht und konzentriert, gleichzeitig besitzt er durch den hohen Cabernet-Franc-Anteil eine ausgeprägte Frische und Spannung. Die Tannine sind reif und fein gearbeitet, die Struktur auf lange Entwicklung ausgelegt. 

Gerade gereifte Jahrgänge zeigen, dass Angélus nicht allein auf unmittelbare Wirkung setzt. Ältere Weine entwickeln Tabak, Trüffel, Leder, Gewürze und florale Nuancen und können über Jahrzehnte an Komplexität gewinnen. 

Ausbau in einer Eiche

Die Trauben werden parzellenweise vinifiziert. Im Keller kommen Holz-, Edelstahl- und Zementbehälter zum Einsatz. Seit den 1980er-Jahren wurde die Vinifikation zunehmend präzisiert, unter anderem mit früher Sortierung, temperaturkontrollierter Gärung und einer stärkeren Trennung einzelner Partien. 

Der Grand Vin reift traditionell vollständig in neuen französischen Barriques. Dieser konsequente Holzeinsatz gehört zum Stil des Hauses. Seit 2018 werden zusätzlich Amphoren erprobt, um bestimmte Partien mit weniger Holzeinfluss auszubauen. 

Carillon d’Angélus und No. 3 d’Angélus 

Rund 60 % der Produktion entfallen auf den Grand Vin "Château Angélus". Etwa 30 % werden als "Carillon d’Angélus" vermarktet, weitere rund 10 % als "No. 3 d’Angélus". 

"Carillon" wurde 1987 eingeführt und hat sich inzwischen zu einer eigenständigeren Cuvée entwickelt. Durch zusätzliche Weinberge in Saint-Christophe-des-Bardes und nahe Château Figeac wurde die Rebfläche für den Wein erweitert. 2019 entstand dafür gemeinsam mit "No. 3" ein eigener Keller in Saint-Magne-de-Castillon. 

Ökologischer Wandel

2018 begann Château Angélus mit der vollständigen Umstellung auf ökologischen Weinbau. Bereits zuvor hatte Hubert de Boüard den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduziert, die Bodenpflege verändert und die Arbeit immer stärker auf einzelne Parzellen abgestimmt. 

Diese Entwicklung ist Teil einer längeren Qualitätsstrategie. Drainage, Unterlagen, Pflanzdichte, Grüne Lese, Massenselektion und präzisere Kellertechnik wurden über Jahrzehnte schrittweise verändert. 

Eine eigene Stimme in Saint-Émilion

Château Angélus ist heute vor allem durch das Zusammenspiel von Merlot und Cabernet Franc geprägt. Merlot liefert Dichte und seidige Frucht, Cabernet Franc bringt Frische, florale Würze und Struktur.Gerade der außergewöhnlich hohe Anteil dieser Rebsorte gibt dem Château innerhalb von Saint-Émilion eine eigene Stimme. Damit bleibt Château Angélus auch ohne Teilnahme an der aktuellen Klassifikation einer der prägenden Namen der Appellation.

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