Weinberge in Bordeaux Chateau Ducru Beaucaillou

Château Ducru-Beaucaillou

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Château Ducru-Beaucaillou zählt zu den großen Namen des Médoc. Der Deuxième Grand Cru Classé aus Saint-Julien verbindet eine Cabernet-geprägte Struktur mit Eleganz, feinen Tanninen und bemerkenswerter Lagerfähigkeit.


Über das Weingut

Château Ducru-Beaucaillou

Château Ducru-Beaucaillou gehört zu den renommiertesten Erzeugern für Weine aus Bordeaux. Das unmittelbar an der Gironde gelegene Weingut in Saint-Julien wurde bei der Klassifikation von 1855 als Deuxième Grand Cru Classé eingestuft und zählt seit Generationen zu den prägenden Châteaux des Médoc. Dabei steht der Grand Vin exemplarisch für die besondere Balance, die Saint-Julien auszeichnet: Kraft und Struktur verbinden sich mit Finesse, Frische und einer feinen Tannintextur.

Der Name Château Ducru-Beaucaillou verweist unmittelbar auf das Terroir. Die "beaux cailloux" sind jene großen Kiesel und Quarzsteine, die den Boden der Weinberge prägen. Sie sorgen für eine hervorragende Drainage, speichern tagsüber Wärme und geben diese nachts wieder ab. Gleichzeitig wirkt die nahe Gironde temperaturausgleichend und schafft günstige Bedingungen für eine langsame und gleichmäßige Reife der Trauben.

Die Familie Borie und die Vorgeschichte

Die Geschichte des Weinguts reicht bis 1720 zurück. Seinen heutigen Namen erhielt es durch Bertrand Ducru, der den Besitz 1797 erwarb, umfangreich in Weinberge und Keller investierte und seinen Familiennamen mit der historischen Bezeichnung Beaucaillou verband. 1855 folgte die Einstufung als Deuxième Grand Cru Classé.

Seit 1942 ist Château Ducru-Beaucaillou mit der Familie Borie verbunden. Heute führt Bruno-Eugène Borie das Château in dritter Generation, während seine Schwester Merie Xavier eher stille Teilhaberin ist. Sie ist verheiratet mit François Xavier, der wiederum das Château Grand-Puy-Lacoste besitzt.

Bruno Borie leitet das Weingut seit 2003, nachdem er vorher den mittlerweile wieder berühmten Bordeaux-Aperitif "Lillet" auf Kurs gebracht hat. Unter seiner Leitung verbindet das Gut seine lange Médoc-Tradition mit einer äußerst präzisen Parzellenbewirtschaftung, strenger Selektion und moderner Kellertechnik.

Bordeaux

Rebsorten und Stil von Château Ducru-Beaucaillou

Château Ducru-Beaucaillou bewirtschaftet Weinberge in Saint-Julien, wobei das gesamte Anwesen heute 75 Hektar Rebfläche in der Appellation umfasst. Besonders prägend sind die alten Garonne-Kiese, die vor rund zwei Millionen Jahren abgelagert wurden. Neben Quarz finden sich unter anderem Feuerstein und Gesteinsmaterial aus den Pyrenäen.

Die nährstoffarmen und hervorragend drainierten Böden zwingen die Reben zu einer tiefen Durchwurzelung. Zugleich liegt das Château unmittelbar oberhalb des Gironde-Ästuars. Die große Wasserfläche mildert winterliche Kälte ebenso wie extreme Sommerhitze und trägt zu einem vergleichsweise ausgeglichenen Mikroklima bei.

Diese Bedingungen erklären einen Teil der besonderen Stilistik. Ducru-Beaucaillou besitzt die Kraft und Cabernet-Prägung des Médoc, verbindet sie aber mit jener seidigen Textur und Eleganz, für die Saint-Julien berühmt ist.

Terroir zwischen Gironde und Kies

Cabernet Sauvignon bildet das Rückgrat des Grand Vin von Château Ducru-Beaucaillou. Die Rebsorte findet auf den tiefgründigen Kiesböden des Médoc ideale Voraussetzungen und liefert Cassisfrucht, Struktur, Frische und jene graphitartige Würze, die für viele große Weine des linken Bordeaux-Ufers charakteristisch ist. 70 % der Weinberge sind mit Cabernet Sauvignon in Dichtpflanzung von 10.000 pro Hektar bestockt.

Ebenso verhält es sich mit dem Merlot. Petit Verdot kann je nach Wein und Jahrgang zusätzliche Würze und Spannung beisteuern. Cabernet Franc, eine weitere klassische Rebsorte des Bordeaux, spielt ebenfalls eine ergänzende Rolle.

Im Glas zeigt sich der Grand Vin von Château Ducru-Beaucaillou häufig mit Aromen von Cassis und Brombeere, dazu kommen Zeder, Grafit, Tabak und mit zunehmender Flaschenreife komplexe erdige und würzige Nuancen. Charakteristisch sind die Verbindung von Konzentration und Präzision sowie die sehr fein gearbeiteten Tannine. Gerade diese Kombination macht große Jahrgänge zu ausgesprochen langlebigen Weinen aus Bordeaux.

Weinbereitung und Ausbau

Die Arbeit im Keller folgt einer konsequenten Selektion. Die einzelnen Parzellen werden separat vinifiziert und erst anschließend zur endgültigen Cuvée zusammengestellt. Für den Grand Cru setzt Château Ducru-Beaucaillou auf einen langen Ausbau von rund 18 Monaten in französischen Barriques, wobei ausschließlich neue Fässer verwendet werden. 

Trotz dieses hohen Neuholzanteils soll die Eiche nicht den Charakter des Weines bestimmen. Vielmehr dient der Ausbau dazu, die Tannine zu verfeinern und dem Wein zusätzliche Struktur und Komplexität für seine lange Entwicklung auf der Flasche mitzugeben.  

In jungen Jahren können die Weine entsprechend verschlossen und kompakt wirken; große Jahrgänge entwickeln sich über Jahrzehnte. Auch deshalb finden sich zahlreiche Jahrgänge unter den hoch bewerteten Parker Weinen aus Bordeaux. 

Weißburgunder Trauben in der Sonne

Die Weine von Château Ducru-Beaucaillou

An der Spitze steht "Château Ducru-Beaucaillou", der Deuxième Grand Cru Classé und eigentliche Grand Vin de Bordeaux des Hauses. Er stammt aus einer besonders strengen Selektion und ist auf lange Reifung ausgelegt. Die Parzellen liegen alle nahe am Gironde-Ästuar. Für den Wein werden bis zu 90 % neues Holz verwendet.

"La Croix Ducru-Beaucaillou" ist eine eigenständige Füllung und mehr als ein "Zweitwein". Er bildet das Terroir des ehemaligen Château Terrey-Gros-Caillou ab, das 2005 von Borie erworben wurde. Cabernet Sauvignon dominiert üblicherweise mit rund 60 %, ergänzt von etwa 35 bis 37 % Merlot und 3 bis 5 % Petit Verdot. Der Wein verbindet Kraft und dunkle Frucht mit seidiger Textur und ist meist früher zugänglich als der Grand Vin. Seit dem Jahrgang 2010 ist dieser Wein nochmal deutlich besser geworden durch ein Plot-by-Plot-Selektion und der Verwendung bis zu 70 % neuem Holz. Dieser Wein macht rund 50 % der Menge aus.

"Le Petit Ducru de Ducru-Beaucaillou" bildet den zugänglichsten Einstieg in die Stilistik des Hauses. Die Cabernet-Merlot-Cuvée, die je nach Jahrgang etwas Petit Verdot enthalten kann, ist auf Balance, Frucht und frühere Trinkreife ausgerichtet. Dieser Wein macht rund 10 % des Portfolios aus.

Klassisch Saint-Julien

Château Ducru-Beaucaillou ist eine der wichtigen Referenzen für klassische Weine aus Bordeaux: ein Grand Cru aus Saint-Julien, dessen Identität auf Cabernet Sauvignon, den Kiesböden des Médoc und der unmittelbaren Nähe zur Gironde beruht. Große Jahrgänge verbinden Tiefe und Struktur mit Eleganz und besitzen das Potenzial, sich über mehrere Jahrzehnte weiterzuentwickeln.

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