-
ab 114,00€0,75 lGrundpreis 152,00€ / lNicht verfügbarweitere Größen verfügbarLieferbar in 2-3 WerktagenAusverkauft
-
115,00€0,75 lGrundpreis 76,67€ / lNicht verfügbarLieferbar in 2-3 WerktagenAusverkauft
-
124,00€0,75 lGrundpreis 165,33€ / lNicht verfügbarLieferbar in 2-3 WerktagenAusverkauft
-
139,00€0,75 lGrundpreis 185,33€ / lNicht verfügbarLieferbar in 2-3 WerktagenAusverkauft
Über das Weingut
Château Certan de May – Bordeaux-Wein vom Plateau von Pomerol
Château Certan de May ist eines der diskreteren Weingüter von Pomerol – und besitzt zugleich eine Lage, die kaum prominenter sein könnte. Die 5,5 Hektar befinden sich auf dem zentralen Hochplateau. Tiefe Kies- und schwere Tonböden bilden hier die Grundlage für einen Bordeaux-Wein mit Merlot als Kern, ergänzt von Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon. Certan de May verbindet die Fülle Pomerols mit einer festen, mineralischen Struktur und gehört zu jenen Weinen der Appellation, die sich besonders mit einigen Jahren Flaschenreife erschließen.
5,5 Hektar in bester Nachbarschaft
Pomerol besitzt keine offizielle Klassifikation. Renommee und Marktwert der einzelnen Châteaux sind vielmehr historisch gewachsen. Bei Certan de May spielt die Lage dabei die entscheidende Rolle. Das Weingut befindet sich auf dem Hochplateau von Pomerol. Vieux Château Certan liegt unmittelbar gegenüber, Château La Fleur-Pétrus ebenfalls in direkter Nachbarschaft. Auch Pétrus, La Conseillante und L’Évangile befinden sich nur unweit entfernt.
Bemerkenswert ist dabei die Kontinuität der Fläche. Der Weinberg umfasst heute 5,5 Hektar und hat sich damit über lange Zeit kaum verändert. Anders als bei vielen Bordeaux-Gütern wurde Certan de May nicht durch umfangreiche Zukäufe vergrößert. Die geringe Fläche und die geschlossene Lage sind bis heute wesentliche Bestandteile seiner Identität.
Von der Familie de May zu den Barreaus
Die Geschichte von Certan gehört zu den ältesten in Pomerol. Die Familie de May war schottischen Ursprungs und ließ sich im Mittelalter in Frankreich nieder. Im 16. Jahrhundert erhielt sie das Lehen Certan. Der Weinbau lässt sich auf dem Besitz seit dem 18. Jahrhundert nachweisen. Der historische Besitz war wesentlich größer als das heutige Château Certan de May. Im Laufe der Zeit wurde er aufgeteilt; aus Teilen entstanden andere Güter des heutigen Pomerol.
Bis 1925 blieb Certan de May bei den Nachfahren der Familie de May. Dann ging das Weingut an die Familie Barreau über, in deren Besitz es sich bis heute befindet. Jean-Luc Barreau führt das Château und kümmert sich mit großer Kontinuität um Weinberg und Vinifikation. Seit Jahrzehnten werden die Weine über Établissements Jean-Pierre Moueix vertrieben. Das passt zum zurückhaltenden Charakter des Hauses. Certan de May besitzt weder einen spektakulären Besuchsbetrieb noch eine aufwendige öffentliche Inszenierung. Hinter den meist geschlossenen Toren steht ein klassisches steinernes Château – und ein Weingut, dessen Ruf vor allem auf seinen Weinen beruht.
Ton und tiefer Kies
Die 5,5 Hektar liegen auf schweren Ton- und tiefgründigen Kiesböden. Das Zusammenspiel dieser beiden Bodentypen ist für den Stil von Certan de May entscheidend. Der Ton speichert Wasser und bietet dem Merlot auch während trockener Perioden eine relativ gleichmäßige Versorgung. Er trägt zur Dichte und kraftvollen Struktur des Weins bei. Die Kiesanteile verbessern die Drainage und erwärmen sich vergleichsweise schnell. Sie bringen eine zusätzliche aromatische Präzision und Eleganz in den Wein. Damit verfügt Certan de May über ein klassisches Pomerol-Terroir, das zugleich ideale Voraussetzungen für einen ungewöhnlich hohen Cabernet-Anteil bietet.
Merlot, Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon
Der Weinberg ist heute zu 70 % mit Merlot, zu 25 % mit Cabernet Franc und zu 5 % mit Cabernet Sauvignon bepflanzt. Das durchschnittliche Rebalter liegt bei rund 35 Jahren.
Merlot bildet das Zentrum des Rotweins. Er liefert Pflaume, Schwarzkirsche und dunkle Beeren sowie die geschmeidige Textur, die man mit Pomerol verbindet. Der hohe Anteil Cabernet Franc ist jedoch ebenso wichtig für die Identität von Certan de May. Er bringt florale und kräuterwürzige Noten, Frische und eine feinere Tanninstruktur ein. Cabernet Sauvignon spielt mit 5 % der Rebfläche nur eine Nebenrolle, kann aber je nach Jahrgang zusätzliche Struktur und Graphitnoten beitragen.
Die tatsächliche Assemblage variiert mit dem Vegetationsverlauf. Der Jahrgang 2019 bestand beispielsweise aus 65 % Merlot, 30 % Cabernet Franc und 5 % Cabernet Sauvignon. Beim 2025er wurden 65 % Merlot, 25 % Cabernet Franc und 10 % Cabernet Sauvignon verwendet.
Jean-Claude Berrouet und die jüngere Entwicklung
Eine wichtige Veränderung erfolgte zum Jahrgang 2013. Seitdem begleitet Jean-Claude Berrouet die Vinifikation von Certan de May. Zuvor hatte Michel Rolland das Weingut bis 2012 beraten. Berrouet ist mit Pomerol eng verbunden. Über Jahrzehnte verantwortete er die Weinbereitung bei mehreren Gütern der Familie Moueix und prägte insbesondere die Vinifikation von Pétrus.
Sein Ansatz steht für eine vergleichsweise zurückhaltende Kellerarbeit, bei der Struktur und Herkunft nicht durch maximale Extraktion überlagert werden sollen. Diese Handschrift passt zu Certan de May. Der Wein besitzt von Natur aus ausreichend Substanz. Im Keller geht es daher weniger darum, zusätzliche Kraft zu erzeugen, als die Balance zwischen Merlot-Fülle, Cabernet-Frische und dem festen Tanningerüst des Terroirs herauszuarbeiten.
Klassische Vinifikation und langer Ausbau
Die Trauben werden vollständig von Hand gelesen. Certan de May ist HVE-zertifiziert und arbeitet mit angepassten nachhaltigen Methoden im Weinberg. Die Laubarbeit wird abhängig von den Bedingungen des jeweiligen Jahrgangs durchgeführt. Die Vinifikation erfolgt traditionell in temperaturkontrollierten Tanks. Anschließend reift der Wein 16 bis 20 Monate in französischen Eichenholzbarriques. Bis zu 80 % der Fässer können neu sein.
Das ist ein beträchtlicher Holzeinsatz, der sich in jungen Jahren durchaus bemerkbar machen kann. Mit zunehmender Flaschenreife integriert sich das Holz und die mineralische, würzige Seite des Weins tritt stärker hervor.
Ein Pomerol, der Zeit verlangt
Certan de May gehört traditionell nicht zu den üppigsten aber zu den durchaus kraftvollen Weinen der Appellation. Zwar besitzt er die für Pomerol typische Merlot-Fülle, doch Cabernet Franc, Kies und das feste Tannin sorgen für einen eher strukturierten Charakter.
In der Jugend zeigen sich häufig Schwarzkirsche, Pflaume und Brombeere, begleitet von Rauch, Grafit, Gewürzen und floralen Noten. Die Tannine sind präzise und können zunächst durchaus präsent wirken.
Einige Jahre Flaschenreife tun Certan de May deshalb gut. Nach sechs bis acht Jahren beginnt sich die Struktur häufig zu öffnen; gute Jahrgänge können sich wesentlich länger entwickeln. Gereifte Flaschen aus den 1980er- und 1990er-Jahren zeigen, dass hinter der unaufdringlichen Art des Château ein beträchtliches Alterungspotenzial steckt.
Klassischer Bordeaux-Wein aus Pomerol
Château Certan de May hat nie die öffentliche Aufmerksamkeit einiger seiner unmittelbaren Nachbarn gesucht. Auf 5,5 Hektar entsteht ausschließlich der Grand Vin; eine große Produktpalette oder aufwendige Markenarchitektur gibt es nicht. Wer nur auf die prominenten Namen der Appellation schaut, kann dieses kleine Weingut leicht übersehen. Für Liebhaber klassischer Pomerol-Stilistik ist aber gerade das interessant: Château Certan de May steht für einen Bordeaux Wein, der nicht auf unmittelbare Wirkung angelegt ist, sondern auf Konstanz und Langlebigkeit.
Genießen Sie eine erlesene Auswahl an Weinen aus verschiedenen Regionen

Ihr persönlicher Weinkontakt - individuell und regional
Ob seltene Jahrgänge, großformatige Flaschen oder individuelle Lagerlösungen – unser Expertenteam nimmt sich Zeit für Ihre Wünsche. Persönlich, telefonisch oder per E-Mail.

