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Über das Weingut
Château Bélair-Monange – Bordeaux-Wein vom höchsten Punkt Saint-Émilions
Château Bélair-Monange verfügt über eines der herausragenden Terroirs von Saint-Émilion. Auf dem höchsten Punkt des berühmten Kalksteinplateaus verbinden sich Merlot und Cabernet Franc mit Asterienkalk und blauem Ton zu einem Bordeaux mit Präzision und Langlebigkeit. Seit die Familie Moueix das historische Weingut 2008 übernahm, wurden Weinberge, Keller, Château und die darunterliegenden Steinbrüche umfassend restauriert. Heute gehört Bélair-Monange als Premier Grand Cru Classé wieder zu den führenden Namen der Appellation.
Ein historischer Grand Cru in Saint-Émilion
Die Geschichte des Weinbaus an diesem Ort reicht weit zurück. Bereits Cocks & Féret führten Bélair 1850 an der Spitze der Weine von Saint-Émilion. Auch bei der ersten offiziellen Klassifikation der Appellation 1955 wurde das Château als Premier Grand Cru Classé eingestuft.
2008 erwarben Établissements Jean-Pierre Moueix das damalige Château Bélair. Die Familie war mit dem Gut bereits bestens vertraut, da sie dessen Weine zuvor über Jahrzehnte vermarktet hatte. Christian Moueix und sein Sohn Édouard gaben dem Château anschließend den Namen Bélair-Monange. Monange war der Mädchenname von Anne-Adèle, der Mutter Jean-Pierre Moueix’, die 1931 nach Saint-Émilion gekommen war.
Seit der Klassifikation von 2022 wird Château Bélair-Monange als Premier Grand Cru Classé geführt. Nur Château Figeac und Château Pavie tragen innerhalb der aktuellen Klassifikation den Zusatz Premier Grand Cru Classé A.
Aus drei historischen Weinbergen gewachsen
Bélair-Monange ist in seiner heutigen Form durch die Zusammenführung mehrerer bedeutender Weinberge entstanden. 2012 wurden die 11 Hektar des benachbarten Château Magdelaine mit Bélair-Monange vereinigt. Dadurch entstand ein zusammenhängendes Ensemble aus Plateau, Terrassen und Hanglagen.
2017 erwarb Moueix außerdem das unmittelbar angrenzende Clos La Madeleine. Ab dem Jahrgang 2022 wurden dessen 2,3 Hektar in Château Bélair-Monange integriert. Damit umfasst das Weingut heute 26 Hektar Rebfläche.
Die Erweiterungen sind deshalb so interessant, weil sie nicht einfach zusätzliche Fläche brachten. Sie ergänzten unterschiedliche Varianten des großen Kalksteinterroirs von Saint-Émilion und ermöglichten eine noch komplexere Assemblage.
Kalkstein und blauer Ton
Das Terroir bildet das eigentliche Fundament von Bélair-Monange. Die höchsten Parzellen liegen auf dem Kalksteinplateau von Saint-Émilion. Dort befindet sich unter einer teilweise nur dünnen Bodenauflage der poröse Calcaire à Astéries. An den Hängen tritt dichter blauer Ton über Kalkstein hinzu.
Diese Kombination prägt den Charakter des Weins. Die Plateau-Lagen sorgen für Frische, eine ausgeprägte mineralische Spannung und feine, lange anhaltende Aromen. Der blaue Ton der Hänge bringt zusätzliche Intensität, Textur und Länge.
Gerade in trockenen Jahren spielt der Kalkstein eine wichtige Rolle. Seine poröse Struktur kann Wasser aufnehmen und den Reben über längere Perioden zur Verfügung stellen. Gleichzeitig zwingt die geringe Bodenauflage die Wurzeln tief in das Gestein.
Das Ergebnis ist ein Rotwein, der trotz der Dominanz von Merlot nicht allein von Frucht und Fülle lebt. Florale Aromen, eine feine salzige Note und ein straffer Kern gehören ebenso zur Handschrift von Bélair-Monange.
Ein Weinberg über alten Steinbrüchen
Die Übernahme 2008 brachte eine enorme Herausforderung mit sich. Unter großen Teilen des Plateaus liegen historische Kalksteinbrüche. Einige dieser unterirdischen Hohlräume waren instabil geworden und drohten einzustürzen.
Die Familie Moueix begann deshalb mit einer aufwendigen Sicherung und Restaurierung der Steinbrüche. Neue Stützpfeiler mussten errichtet und gefährdete Bereiche stabilisiert werden. Die Arbeiten dauerten mehrere Jahre und waren Voraussetzung dafür, den darüberliegenden Weinberg langfristig zu erhalten.
Die Restaurierung war damit weit mehr als eine Investition in die Weinproduktion. Sie diente zugleich der Bewahrung eines historischen Teils der Kulturlandschaft von Saint-Émilion.
Merlot und Cabernet Franc
Heute sind die 26 Hektar zu 90 % mit Merlot und zu 10 % mit Cabernet Franc bepflanzt. Ein Teil der Reben geht auf alte Massenselektionen zurück, mit denen das genetische Material besonders interessanter alter Stöcke erhalten und weitervermehrt wurde.
Merlot bildet das Zentrum des Weins. Auf den kalkreichen Böden zeigt die Sorte jedoch einen anderen Charakter als auf den schwereren Tonböden von Pomerol: Weniger üppig, dafür floraler, straffer und häufig von einer markanten Frische begleitet.
Cabernet Franc ergänzt die Assemblage mit Kräuterwürze, floralen Noten und zusätzlicher Spannung. Gerade diese Verbindung aus Merlot und Cabernet Franc lässt den Wein mit zunehmender Flaschenreife an Komplexität gewinnen.
Präzisionsarbeit im Weinberg
Seit der Übernahme hat Moueix die Arbeit im Weinberg konsequent verfeinert. Château Bélair-Monange ist HVE-3-zertifiziert, die Böden werden bearbeitet und die Lese erfolgt vollständig von Hand. Im Keller werden die Trauben anschließend sowohl manuell als auch optisch sortiert.
Die einzelnen Parzellen werden differenziert behandelt. Selbst innerhalb kleiner Weinberge kann in mehreren Durchgängen gelesen werden, wenn Alter, Exposition oder Reifeentwicklung der Reben dies verlangen.
Dieser Aufwand verfolgt ein klares Ziel: Nicht maximale Reife, sondern eine möglichst präzise Balance zwischen Frucht, Tannin und Frische soll erreicht werden.
Behutsame Vinifikation und 18 Monate Reife
Vergoren wird in temperaturkontrollierten Beton- und Edelstahltanks. Mazeration und Extraktion erfolgen bewusst kontrolliert und zurückhaltend. Anschließend reift der Bordeaux Wein 16 bis 18 Monate in französischen Barriques, von denen rund 50 % neu sind.
Damit unterscheidet sich Bélair-Monange deutlich von jenen kraftvollen Saint-Émilions, bei denen hohe Reife und intensive Extraktion im Vordergrund stehen. Der Wein besitzt durchaus Konzentration, doch seine eigentliche Stärke liegt in der Verbindung aus Dichte und Präzision.
In der Jugend zeigen sich dunkle und rote Früchte, Veilchen, Gewürze und eine kalkig-salzige Note. Das Tannin ist präsent und erklärt einen Teil des großen Reifepotenzials. Mit zunehmendem Alter öffnet sich die Struktur und bringt jene floralen und komplexen Aromen hervor, die große Merlot-Weine vom Kalksteinplateau auszeichnen.
Château Bélair-Monange heute
Édouard Moueix verantwortet heute eines der ambitioniertesten Projekte innerhalb des Portfolios der Familie. Zu diesem gehören auf dem rechten Ufer weitere berühmte Weingüter wie Château La Fleur-Pétrus und Château Trotanoy in Pomerol.
Bélair-Monange nimmt darin eine besondere Stellung ein. Nur wenige Châteaux besitzen einen vergleichbaren Anteil am hoch gelegenen Kalksteinplateau von Saint-Émilion. Seit der Zusammenführung mit Magdelaine und Clos La Madeleine verfügt das Weingut zudem über eine ungewöhnlich große zusammenhängende Fläche auf Plateau, Terrassen und Hängen.
Entsprechend regelmäßig findet sich Bélair-Monange unter den hoch bewerteten Parker-Weinen und bei anderen internationalen Kritikern. Seine eigentliche Besonderheit erschließt sich jedoch über die Herkunft: Merlot liefert die Tiefe, Cabernet Franc die aromatische Spannung, Kalkstein und blauer Ton sorgen für Frische und Struktur.
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