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Chateau Montrose

Château Montrose

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Château Montrose steht für kraftvolle, langlebige Weine aus Bordeaux: ein großer Deuxième Grand Cru Classé aus Saint-Estèphe direkt an der Gironde.


Über das Weingut

Château Montrose

Château Montrose gehört zu den großen Namen von Saint-Estèphe und zählt zu den langlebigsten Weinen aus Bordeaux. Seit der Klassifikation von 1855 wird das Weingut als Deuxième Grand Cru Classé geführt. Doch besitzt Montrose traditionell den Ruf, qualitativ immer wieder mit den Premiers Cru des Médoc konkurrieren zu können. Kraft und Struktur gehören ebenso zur Identität des Châteaus wie Frische, Präzision und ein außergewöhnliches Reifepotenzial. 

Die Grundlage dafür bildet ein nahezu einzigartiger Weinberg: Rund 95 Hektar liegen fast vollständig in einem zusammenhängenden Block unmittelbar an der Gironde. Cabernet Sauvignon dominiert auf den großen Kieslagen, Merlot findet auf lehmigeren Partien ideale Bedingungen. Die unmittelbare Nähe zum Wasser schafft ein besonderes Mikroklima und trägt wesentlich zur unverwechselbaren Stilistik von Montrose bei. 

95 Hektar direkt an der Gironde 

Die Geschichte von Château Montrose ist vergleichsweise jung. Erst 1815 begann Théodore Dumoulin mit der Anlage des Weinbergs auf einem damals weitgehend ungenutzten Gelände. Die mit Heidekraut bewachsene Landschaft soll im Frühjahr rosa geleuchtet und dem späteren Château seinen Namen gegeben haben. 

Bemerkenswert ist die Kontinuität: Der Weinberg befindet sich heute nahezu am selben Ort und besitzt annähernd dieselbe Größe wie im 19. Jahrhundert. Die Rebfläche erstreckt sich auf Kieskuppen und Terrassen, die bis auf etwa 18 Meter ansteigen und direkt zur Gironde ausgerichtet sind. 

Diese Lage ist für Saint-Estèphe außergewöhnlich günstig. Der breite Fluss wirkt als Wärmespeicher und mildert Temperaturspitzen. Gleichzeitig sorgt die permanente Luftbewegung für eine gute Belüftung der Reben. Der Krankheitsdruck durch Pilze kann dadurch geringer ausfallen als in geschützteren Bereichen des Médoc. 

Bordeaux Region

110 Parzellen und 26 Mikroklimata 

Was äußerlich wie ein einziger großer Weinberg erscheint, wird bei Montrose heute äußerst differenziert betrachtet. Detaillierte Untersuchungen von Böden, Temperaturen, Wasserhaushalt und Reifeentwicklung haben dazu geführt, dass der Besitz inzwischen in rund 110 separat bewirtschaftete Einheiten gegliedert wird. 

Innerhalb des Weinbergs wurden zudem 26 unterschiedliche Mikroklimata identifiziert. Diese Informationen bestimmen unter anderem Laubarbeit, Bodenpflege und den optimalen Lesezeitpunkt. Eine Parzelle kann dadurch mehrere Tage früher oder später gelesen werden als die unmittelbar benachbarte. 

Cabernet Sauvignon und Merlot 

Rund 60 % des Weinbergs sind mit Cabernet Sauvignon bepflanzt, hinzu kommen etwa 32 % Merlot, 6 % Cabernet Franc und 2 % Petit Verdot. Die Pflanzdichte liegt bei ungefähr 9.000 Rebstöcken pro Hektar, man kann hier also von traditioneller Dichtpflanzung sprechen. 

Cabernet Sauvignon ist der entscheidende Baustein des Grand Vin und kann dort mehr als 70 % der Assemblage ausmachen. Die Rebsorte liefert Cassis, Grafit, Struktur und jene mächtigen Tannine, die Montrose in großen Jahren ein jahrzehntelanges Leben ermöglichen. 

Merlot ergänzt die Cuvée mit dunkler Frucht, Fülle und Geschmeidigkeit. Die tonreicheren Böden von Saint-Estèphe sind für die Rebsorte besonders wertvoll, weil sie Wasser speichern und dadurch auch in trockenen Jahren eine gleichmäßigere Versorgung der Reben ermöglichen. 

Cabernet Franc und Petit Verdot spielen kleinere Rollen und ergänzen die Assemblage mit floralen, würzigen und pfeffrigen Nuancen. 

Der Stil von Château Montrose 

Ein junger Rotwein vom Château Montrose ist meist geprägt von Cassis, Brombeere und Schwarzkirsche verbinden sich mit Grafit, Zeder, Tabak und Gewürzen. Das Tanningerüst kann in jungen Jahren ausgesprochen präsent sein. 

Doch ist Montrose nicht einfach nur ein kraftvoller Saint-Estèphe. Vielmehr sorgt die besondere Lage an der Gironde für Frische und Spannung. Gerade die besten Jahrgänge besitzen eine wunderbare Verbindung aus Konzentration und Präzision. Mit zunehmender Flaschenreife werden die Tannine seidiger und Aromen von Tabak, Zedernholz, Erde und Gewürzen treten neben die dunkle Frucht. 

Diese langsame Entwicklung gehört zur Identität des Châteaus. Große Jahrgänge können problemlos über mehrere Jahrzehnte reifen und zählen zu den klassischen Langstreckenläufern unter den Weinen aus Bordeaux. 

Trauben der Rebsorte Carmenere hängen im Weinberg

Château Montrose und La Dame de Montrose 

Für den Grand Vin "Château Montrose" werden nur etwa 40 % der Produktion ausgewählt, wobei der Anteil je nach Jahrgang variiert. Er stammt aus den besten Parzellen und erhält die längste Fassreife. Der Ausbau erfolgt klassisch in französischen Barriques mit einem Anteil von rund 60 % neuer Eiche. 

Bemerkenswert früh begann das Château mit einer zweiten Selektion. Bereits im 19. Jahrhundert wurde ein Zweitwein erzeugt, womit Montrose zu den Pionieren dieser heute in Bordeaux selbstverständlichen Praxis gehört. Heute heißt dieser Wein "La Dame de Montrose". Er macht ungefähr 30 % der Produktion aus und ist häufig stärker von Merlot geprägt als der Grand Vin. Der Anteil neuer Eiche liegt mit rund 20 % deutlich niedriger. Dadurch präsentiert sich "La Dame de Montrose" meist früher zugänglich und geschmeidiger, ohne die Herkunft aus Saint-Estèphe zu verleugnen. 

Weitere Partien gelangen in den "Tertio de Montrose", den dritten Wein des Hauses, der bis zum Jahrgang 2017 als "Le Saint-Estèphe de Montrose" vermarktet wurde. 

Die Ära Bouygues 

2006 übernahmen Martin und Olivier Bouygues, Inhaber eines großen Baukonzerns, Château Montrose und leiteten eine der umfangreichsten Modernisierungen eines klassifizierten Bordeaux-Weinguts ein. Dabei ging es nicht allein um präzisere Weinbereitung, sondern ebenso um Energie- und Ressourcenverbrauch. 

Nach siebenjähriger Bauzeit wurde 2013 der vollständig erneuerte Keller fertiggestellt. Teile der rund 10.000 Quadratmeter großen Anlage reichen mehrere Meter unter die Erde. Geothermie, Photovoltaik, verbesserte Wärmedämmung und weitere technische Lösungen reduzieren den Energiebedarf. Selbst das bei der alkoholischen Gärung entstehende Kohlendioxid kann aufgefangen und weiterverwendet werden. 

Parallel wurde die Arbeit im Weinberg immer detaillierter. Bis 2019 war die gesamte Rebfläche auf biologische Bewirtschaftung umgestellt. Ziel ist dabei nicht ein stilistischer Bruch mit der Vergangenheit, sondern eine immer präzisere Interpretation des historischen Terroirs. 

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