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Über das Weingut
Château du Domaine de l’Église – Weine aus Bordeaux aus dem Herzen Pomerols
Château du Domaine de l’Église gehört zu den traditionsreichsten Adressen in Pomerol. Gerade einmal sieben Hektar umfasst das Weingut, dessen Parzellen auf dem berühmten Plateau der Appellation liegen. 95 % Merlot und 5 % Cabernet Franc wachsen auf Kies und Lehm mit eisenhaltiger crasse de fer. So entsteht ein klassischer Pomerol mit dunkler Frucht, Fülle und samtigem Tannin, aber auch jener festen Struktur, die ihm ein langes Leben ermöglicht. Unter den Weinen aus Bordeaux ist Domaine de l’Église dennoch weniger bekannt als einige seiner unmittelbaren Nachbarn – obwohl seine Geschichte weiter zurückreicht als die praktisch jedes anderen Château der Appellation.
Das älteste dokumentierte Weingut Pomerols
Die Geschichte von Domaine de l’Église lässt sich bis 1589 zurückverfolgen. Damit gilt es als ältestes urkundlich erwähntes Weingut Pomerols. Damals gehörte der Besitz dem Johanniterorden und diente als Hospiz für Pilger und Kranke.
Der Name erinnert an die unmittelbar benachbarte Kirche, die ursprünglich aus dem 12. Jahrhundert stammte. Sie wurde im 19. Jahrhundert abgerissen, weil sie für die wachsende Gemeinde zu klein geworden war; der alte Friedhof blieb erhalten. Mit dem Neubau einer Kirche verlagerte sich zugleich das Zentrum Pomerols an seinen heutigen Standort.
Während der Französischen Revolution wurde das kirchliche Gut verstaatlicht und 1793 verkauft. Fast zwei Jahrhunderte später, 1973, erwarb Émile Castéja Domaine de l’Église. Heute gehört es Philippe Castéja und seiner Schwester Chantal Castéja Prében-Hansen; Philippe Castéja führt das Château. Die Familie steht zugleich hinter dem traditionsreichen Bordeaux-Handelshaus Borie-Manoux.
Sieben Hektar auf dem Plateau von Pomerol
Die Rebfläche umfasst lediglich sieben Hektar und verteilt sich auf mehrere Parzellen im zentralen Bereich des Pomerol-Plateaus. Damit befindet sich Domaine de l’Église in unmittelbarer Nachbarschaft einiger der renommiertesten Weingüter der Appellation.
Die Böden bestehen aus einer Kombination von Kies und Lehm. Im Untergrund findet sich jene eisenreiche Schicht, die in Pomerol als crasse de fer bezeichnet wird und für einige der charakteristischsten Terroirs der Appellation typisch ist.
Merlot findet hier ausgezeichnete Voraussetzungen. Der Lehm speichert ausreichend Wasser und schützt die Reben auch in trockenen Jahren vor übermäßigem Stress, während Kies für Drainage und Erwärmung sorgt.
95 Prozent Merlot
Der Weinberg ist heute zu 95 % mit Merlot und zu 5 % mit Cabernet Franc bepflanzt. Die Reben sind durchschnittlich rund 40 Jahre alt. Merlot bestimmt entsprechend deutlich den Charakter des Weins. Pflaume, Schwarzkirsche und dunkle Beeren verbinden sich mit einer dichten, geschmeidigen Textur. Cabernet Franc spielt mengenmäßig nur eine kleine Rolle, kann der Cuvée aber zusätzliche Frische, Würze und aromatische Kontur verleihen.
Die gesamte Produktion ist für Château du Domaine de l’Église vorgesehen. Einen Zweitwein gibt es nicht. Damit unterscheidet sich das Gut von vielen anderen Châteaus, bei denen ein beträchtlicher Teil der Ernte in einen zweiten Wein fließt.
Klassische Vinifikation
Auch im Keller folgt Domaine de l’Église einem eher klassischen Pomerol-Stil. Nach der Lese werden die einzelnen Partien separat vinifiziert. Gärung und Mazeration dauern insgesamt etwa vier Wochen. Anschließend reift der Rotwein rund 18 Monate in französischen Barriques. Neues Holz spielt traditionell eine wichtige Rolle, soll aber die Frucht und die charakteristische erdige Würze des Terroirs nicht überdecken.
Das Ergebnis ist ein Pomerol, der nicht allein auf unmittelbaren Charme und üppige Merlot-Frucht setzt, sondern eine vergleichsweise feste Struktur besitzt. Mit Flaschenreife entwickeln sich neben dunkler Frucht zunehmend Tabak, Gewürze, Trüffel und erdige Noten.
Ein eher diskreter Pomerol
Domaine de l’Église steht ein wenig im Schatten seiner berühmteren Nachbarn. Das liegt kaum am Terroir: Die Parzellen befinden sich in einem ausgezeichneten Teil des Plateaus, und die Kombination aus Lehm, Kies und eisenhaltigem Untergrund bietet beste Voraussetzungen für Merlot.
Vielmehr hat das Château lange einen ausgesprochen traditionellen Stil gepflegt. Die Weine sind strukturiert, ernsthaft und auf Entwicklung angelegt, weniger auf die opulente Frucht und unmittelbare Zugänglichkeit, die manche moderne Pomerols auszeichnet.
Unter den Weinen aus Bordeaux ist Domaine de l’Église also eine eher diskrete Adresse – historisch bedeutend, klassisch im Stil und mit genügend Substanz für eine lange Flaschenreife. Wer Pomerol nicht allein über Opulenz, sondern auch über Struktur und Terroir kennenlernen möchte, findet hier eine besonders interessante Interpretation der Appellation.
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