Weinberge von Chateau La Violette in Bordeaux

Château La Violette

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Château La Violette ist eine rare Merlot-Ikone aus Pomerol: alte Reben, eisenreiche Lehmböden und konzentrierte, langlebige Weine aus Bordeaux.


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Über das Weingut

Château La Violette 

Mit gerade einmal 1,8 Hektar gehört Château La Violette zu den kleinsten renommierten Weingütern in Pomerol. Die vier winzigen Parzellen liegen in einer außergewöhnlichen Nachbarschaft auf dem berühmten Plateau der Appellation, zwischen Château Trotanoy und Le Pin. Ausschließlich Merlot wird hier angebaut, zum Teil aus 60 bis 70 Jahre alten Reben. Das Ergebnis sind ausgesprochen rare Weine aus Bordeaux, die Konzentration und Opulenz mit der floralen, an Veilchen erinnernden Aromatik verbinden, der das Château seinen Namen verdankt. 

Anders als im benachbarten Saint-Émilion existiert in Pomerol keine offizielle Klassifikation. Château La Violette darf deshalb nicht als Grand Cru oder Grand Cru Classé bezeichnet werden. Qualitativ und preislich bewegt sich das winzige Gut dennoch in der Spitzengruppe der Appellation und erzielt regelmäßig hohe internationale Bewertungen. Auch unter den sogenannten Parker Weinen aus Pomerol hat sich La Violette einen Namen gemacht. 

Familie Péré-Vergé und Château La Violette 

Die moderne Geschichte des Weinguts ist eng mit Catherine Péré-Vergé verbunden. Die Familie hatte ihr Vermögen ursprünglich mit der Glasproduktion erworben, bevor sie sich zunehmend im Weinbau engagierte. 1985 kaufte Catherine Péré-Vergé Château Montviel in Pomerol und baute ihre Aktivitäten anschließend weiter aus. 

La Violette wurde zum vielleicht kompromisslosesten Projekt der Familie. Niedrige Erträge, extreme Selektion und eine aufwendige Vinifikation machten den Wein zu einem jener kleinen Pomerol-Güter, die stilistisch zeitweise an die sogenannten Garagenweine von Saint-Émilion erinnerten. 

Nach ihrem Tod 2013 übernahm ihr Sohn Henri Parent gemeinsam mit seinen beiden Schwestern den Besitz und führt die detailorientierte Arbeit fort. Bei Weinbereitung und Assemblage wird das Château von erfahrenen Önologen beraten. Der Fokus bleibt jedoch unverändert: Aus den wenigen alten Merlot-Reben der vier Parzellen soll ein möglichst individueller Ausdruck dieses außergewöhnlichen Terroirs entstehen. 

Bordeaux

1,8 Hektar auf dem Plateau von Pomerol 

Entscheidend für den Charakter von Château La Violette ist seine Lage. Die vier Parzellen befinden sich auf dem Plateau von Pomerol auf dichten, eisenreichen Lehm- und Kiesböden. Gerade Merlot findet hier hervorragende Bedingungen. Die wasserhaltenden Lehmschichten versorgen die Reben auch während trockener Sommer, während Kies für Drainage und einen ausgeglichenen Wärmehaushalt sorgt. 

Die eisenreichen Bestandteile des Bodens tragen zur besonderen Signatur dieses Terroirs bei. Dunkle Frucht, Gewürze, eine häufig graphitartige Note und eine bemerkenswerte Dichte verbinden sich im fertigen Wein mit dem charakteristischen floralen Duft. 

Viele Rebstöcke stammen noch aus der Zeit vor dem verheerenden Frost von 1956, der große Teile der Bordeaux-Weinberge zerstörte. Die alten Merlot-Reben sind von Natur aus wenig produktiv. Mit sorgfältiger Weinbergsarbeit liegen die Erträge häufig lediglich bei rund 20 Hektolitern pro Hektar. 

Merlot ohne Cabernet Franc 

Château La Violette ist vollständig mit Merlot bepflanzt. Anders als bei verschiedenen anderen Weinen aus Pomerol spielt Cabernet Franc hier keine Rolle.  

Diese kompromisslose Konzentration auf eine einzige Rebsorte macht La Violette besonders. Merlot liefert auf den schweren Lehmböden einen Wein von großer Dichte und Fülle, gleichzeitig aber auch einen unverkennbar floralen Charakter. Schwarzkirsche, Pflaume und dunkle Beeren treffen auf Veilchen, Gewürze, Grafit und mit zunehmender Reife auch auf Trüffel und erdige Noten. 

Das Château ist damit ein gutes Beispiel dafür, wie unterschiedlich Merlot innerhalb Bordeaux’ ausfallen kann. Hier geht es nicht primär um die weiche, früh zugängliche Seite der Sorte, sondern um Konzentration, Struktur und ein beträchtliches Reifepotenzial. 

Extreme Selektion im Weinberg 

Die Arbeit im Weinberg ist ausgesprochen aufwendig. Die Laubwand wird im Laufe der Vegetationsperiode gezielt bearbeitet, wobei die Entblätterung je nach Entwicklungsstadium auf unterschiedlichen Seiten der Reben erfolgt. Zusätzlich wird eine grüne Lese durchgeführt, obwohl die alten Reben ohnehin nur geringe Erträge hervorbringen. 

Die Lesehelfer durchlaufen dieselben Rebzeilen mehrfach und nehmen jeweils nur jene Trauben mit, die den gewünschten Reifegrad erreicht haben. Das Ziel ist eine möglichst homogene physiologische Reife bei gleichzeitig kompromissloser Selektion. Dieser Ansatz geht auf Catherine Péré-Vergé zurück, die das Château entscheidend geprägt hat.  

Trauben der Rebsorte Grenache

Eine ungewöhnliche Vinifikation 

Auch im Keller unterscheidet sich Château La Violette deutlich von der klassischen Bordeaux-Praxis. Die Beeren werden von Hand von den Stielen getrennt und anschließend ungequetscht direkt in neue französische Barriques gegeben. Die alkoholische Gärung findet damit im Fass statt. 

Diese Methode soll eine langsame, kontrollierte Extraktion ermöglichen und zugleich die dichte, fleischige Merlot-Frucht erhalten. Anschließend erfolgt auch die weitere Reifung in französischer Eiche. Der konsequente Einsatz neuer Barriques prägt den Wein in seiner Jugend deutlich. Gewürznoten wie Zimt und Nelke sowie mitunter Anklänge von Marzipan ergänzen die dunkle Frucht. 

Entsprechend gehört La Violette nicht zu den Pomerols, die ihre ganze Komplexität unmittelbar nach der Abfüllung zeigen. Gute Jahrgänge benötigen häufig acht bis zehn Jahre Flaschenreife, bis Frucht, Tannin und Holz vollständig zusammenfinden. 

Ein konzentrierter Ausdruck von Pomerol 

Château La Violette steht innerhalb der Weine aus Bordeaux für eine extreme Form der Spezialisierung: 1,8 Hektar, vier Parzellen, eine einzige Rebsorte und außergewöhnlich geringe Erträge. Entsprechend klein ist die Produktion. 

In jungen Jahren kann La Violette kraftvoll, konzentriert und vom neuen Holz geprägt wirken. Mit zunehmender Reife gewinnt der Wein jedoch an Harmonie und Eleganz. Dunkle Merlot-Frucht verbindet sich dann mit Veilchen, Trüffel, Gewürzen und einer seidiger werdenden Textur. 

Damit ist Château La Violette einer der eigenständigsten und rarsten Merlot-Weine der Appellation. Ein kleiner, hochspezialisierter Betrieb, dessen Weine aus Bordeaux eindrucksvoll zeigen, welche Tiefe und Langlebigkeit Merlot auf den großen Lehmböden von Pomerol erreichen kann. 

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