Weinberge in Bordeaux

Château Coutet

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Château Coutet in Barsac steht für edelsüße Weine aus Bordeaux mit großer Frische: Premier Cru Classé, kalkgeprägt, präzise und langlebig.


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Über das Weingut

Château Coutet

Château Coutet gehört zu den traditionsreichsten Erzeugern für edelsüße Weine aus Bordeaux. Das Weingut liegt in Barsac und wurde 1855 als Premier Cru Classé klassifiziert. Sein Stil unterscheidet sich deutlich von der Vorstellung üppig-schwerer Süßweine: Coutet verbindet Konzentration und Botrytis-Aromatik mit großartiger Frische, Mineralität und einem oft salzigen Finale.

Dafür sind vor allem die kühlen Lehm-Kalkstein-Böden von Barsac verantwortlich. Sémillon bildet das Fundament der Cuvées, Sauvignon Blanc steuert Frische und aromatische Spannung bei, ein kleiner Anteil Muscadelle ergänzt florale Nuancen. Neben dem Grand Vin "Château Coutet" entstehen die seltene "Cuvée Madame", der Zweitwein "Chartreuse de Coutet" und mit "Opalie de Château Coutet" ein trockener Weißwein.

Eine mittelalterliche Festung 

Die Geschichte von Château Coutet reicht weit zurück. Das Anwesen entstand als mittelalterliche Festung, die im 13. Jahrhundert von den Engländern errichtet wurde. Der quadratische Turm und Teile der Befestigungsanlage sind bis heute erhalten. Auf dem Gelände befindet sich zudem eine Kapelle aus dem 14. Jahrhundert. 

Weinbau ist auf Coutet seit 1643 dokumentiert. Als Thomas Jefferson in den 1780er-Jahren Bordeaux bereiste, bezeichnete er Coutet als den besten Sauternes von Barsac. Lange Zeit gehörte das Gut außerdem der Familie Lur Saluces, den damaligen Eigentümern von Château d’Yquem. Die 110 Meter langen heutigen Fasskeller dienten einst als Stallungen. 

Seit 1977 befindet sich Château Coutet im Besitz der Familie Baly. Der elsässische Unternehmer Marcel Baly erwarb das Gut; heute wird es von Aline Baly und ihrem Onkel Philippe Baly geführt. Seit 2004 besteht zudem eine Partnerschaft mit Domaines Baron Philippe de Rothschild, deren technisches Team das Château bei Weinbereitung und Vertrieb unterstützt. 

Bordeaux

18 Hektar und mehr als 50 Parzellen 

Château Coutet verfügt über rund 18 Hektar Rebfläche. Die Weinberge verteilen sich auf mehr als 50 Parzellen, die innerhalb eines Radius von lediglich etwa 500 Metern um das Château liegen.Ein Teil dieser Flächen wurde im Laufe der Zeit zurückgekauft. Dabei handelt es sich um Parzellen, die historisch bereits zum Besitz gehörten und auch bei der Klassifikation von 1855 Château Coutet zugerechnet wurden.Die Weinberge erreichen maximal etwa 19 Meter Höhe. Die Pflanzdichte beträgt 8.000 Rebstöcke pro Hektar und befindet sich bereits seit den 1930er-Jahren auf diesem Niveau.

Das kühle Terroir von Barsac

Entscheidend für die Stilistik sind die vergleichsweise kühlen Böden. Lehm liegt über Kalkstein und sorgt für eine gute Wasserversorgung sowie eine langsamere Reife der Trauben. Diese geologische Besonderheit trägt wesentlich zur Frische und mineralischen Spannung der Weine bei. 

Barsac gehört zum Gebiet von Sauternes, besitzt aber eine eigene Appellation. Die kalkreichen Böden unterscheiden sich von vielen stärker kiesgeprägten Bereichen der Nachbarappellation und führen häufig zu einem besonders feinen, frischen Stil. 

Der Name Coutet soll vom gaskognischen Wort für "Messer" stammen und auf jene Schärfe und Präzision anspielen, die die Süße des Weins durchschneidet. Ob die Herleitung tatsächlich so eindeutig ist oder nicht – als Beschreibung des Stils funktioniert sie sehr gut. 

Sémillon, Sauvignon Blanc und Muscadelle 

Die Weinberge sind zu etwa 75 % mit Sémillon, zu 23 % mit Sauvignon Blanc und zu 2 % mit Muscadelle bepflanzt. An dieser Verteilung soll sich auch bei künftigen Neuanpflanzungen wenig ändern. Sémillon bildet das Rückgrat der edelsüßen Weine. Die Sorte eignet sich hervorragend für die Entwicklung der Edelfäule Botrytis cinerea und bringt mit zunehmender Reife Noten von Honig, Quitte, kandierten Früchten und Wachs hervor. 

Sauvignon Blanc steuert Zitrusfrucht, Kräuter, Säure und Frische bei. Muscadelle ergänzt in kleinen Mengen florale und exotische Akzente. Für künftige Pflanzungen setzt Château Coutet verstärkt auf Massenselektion. Besonders geeignete alte Rebstöcke wurden ausgewählt und eine eigene Rebschule für ihre Vermehrung angelegt. 

Botrytis und die Süßweine von Coutet 

Wie bei allen großen Weinen aus Barsac und Sauternes ist die Edelfäule entscheidend. Botrytis cinerea konzentriert Zucker, Säure und Aromastoffe in den Beeren. Da die Trauben nicht gleichzeitig den gewünschten Zustand erreichen, wird in mehreren Durchgängen selektiv von Hand gelesen.  

Der Grand Vin "Château Coutet" macht rund 80 % der Produktion aus. Er verbindet reife und kandierte Früchte, Zitrusschale, Honig und Gewürze mit einer für das Haus charakteristischen Frische und Mineralität. Die Süße steht dadurch nicht isoliert im Vordergrund. Säure, Kalksteinprägung und eine oft salzige Note geben dem Wein Kontur und sorgen für ein langes Reifepotenzial. Große Jahrgänge finden entsprechend regelmäßig hohe internationale Bewertungen und gehören zu den gesuchten Parker Weinen aus Barsac. 

Weißburgunder Trauben in der Sonne

Cuvée Madame – die rare Spitze 

Eine Sonderstellung nimmt die "Cuvée Madame de Château Coutet" ein. Sie wird nur in besonders geeigneten Jahrgängen und in sehr kleinen Mengen erzeugt. Benannt ist sie nach Madame Rolland-Guy, die Château Coutet gemeinsam mit ihrem Mann von 1922 bis zum Verkauf an die Familie Baly 1977 besaß. 

Die Cuvée ist eine hochkonzentrierte Selektion besonders geeigneter Botrytis-Trauben. Typisch sind kandierte Früchte, Quitte, Orangenschale und Gewürze, verbunden mit seidiger Textur und einem langen, salzigen Finale. Sie ist die seltenste und konzentrierteste Interpretation des Coutet-Terroirs. 

Chartreuse de Coutet und Opalie 

"Chartreuse de Coutet" ist der Zweitwein des Hauses und wird seit dem Jahrgang 1977 produziert. Er stammt vor allem von jüngeren Reben und ausgewählten Terroirs. Rund 10 % der Produktion entfallen auf ihn.  

Seit 2010 erzeugt das Château außerdem "Opalie de Château Coutet", einen trockenen Weißwein. Dafür werden gezielt Trauben älterer Reben verwendet. Die Idee besteht darin, die mineralische Spannung und Komplexität des Terroirs ohne den Einfluss der Edelfäule und der hohen Restsüße sichtbar zu machen. "Opalie" zeigt damit eine andere Seite von Château Coutet: trocken, straff und frisch, aber mit derselben kalkig-mineralischen Grundprägung wie die großen Süßweine. 

Weinberg und Philosophie 

Château Coutet arbeitet zunehmend mit organischen Methoden. Der Boden wird von Hand bearbeitet, die Düngung erfolgt vollständig mit organischen Präparaten, ebenso ein Teil der Maßnahmen zum Pflanzenschutz.Im Mittelpunkt steht dabei die langfristige Qualität der Reben. Die Massenselektion alter Rebstöcke und die eigene Rebschule zeigen, dass das Weingut nicht nur einzelne Jahrgänge optimieren, sondern das genetische Material seiner Weinberge langfristig bewahren möchte.Im Keller geht es entsprechend darum, die natürliche Konzentration der Botrytis nicht durch unnötige Schwere zu verstärken. Frische, Präzision und die mineralische Seite des Terroirs bleiben entscheidend.

Barsac mit einer eigenen Handschrift 

Innerhalb der edelsüßen Weine aus Bordeaux besitzt Château Coutet eine unverwechselbare Position. Die Kombination aus Sémillon, Sauvignon Blanc und Muscadelle, den kühlen Lehm-Kalkstein-Böden und der aufwendigen Botrytis-Selektion ergibt einen Stil, bei dem Süße und Konzentration immer von Frische begleitet werden.Das macht Château Coutet zu einem besonders typischen Vertreter von Barsac: Weniger über Opulenz definiert als über Spannung, Präzision und mineralische Länge. 

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