Château Pavie Collectors Wine World GmbH

Château Pavie

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Château Pavie steht für kraftvollen Bordeaux Wein aus Saint-Émilion: steile Kalksteinhänge, große Tiefe und außergewöhnliches Reifepotenzial. 


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Über das Weingut

Château Pavie  

Château Pavie gehört zu den bekanntesten Erzeugern für Bordeaux Wein am rechten Ufer. Das 37 Hektar große Gut in Saint-Émilion besitzt eine spektakuläre Lage: Die nahezu komplett zusammenhängenden Weinberge ziehen sich vom Kalksteinplateau über steile Lehm-Kalk-Hänge hinab Richtung Dordogne. Merlot und Cabernet Franc bilden das Fundament für einen kraftvollen, tiefgründigen und ausgesprochen langlebigen Stil. 

Seit 1998 gehört Château Pavie Gérard und Chantal Perse. Unter ihrer Leitung entwickelte sich das Gut zu einer der international meistdiskutierten Adressen im Weinbaugebiet Bordeaux. 2012 wurde Pavie in der damaligen Klassifikation von Saint-Émilion zum Premier Grand Cru Classé A erhoben. An der Klassifikation von 2022 nahm das Château nicht mehr teil. 

Spektakuläre Hänge über Saint-Émilion 

Die besondere Lage ist der Schlüssel zum Charakter von Pavie. Der Besitz umfasst rund 37 Hektar in einem nahezu geschlossenen Block. Nur etwa ein Zehntel der Reben steht oben auf dem Plateau. Der größte Teil wächst an teilweise ausgesprochen steilen Hängen, die von ungefähr 85 auf 20 Meter Höhe abfallen.

Die Böden wechseln entsprechend der Topografie. Auf dem Plateau dominiert Kalkstein, an den Hängen finden sich unterschiedliche Kombinationen aus Lehm und Kalk. Weiter unten werden die Böden schwerer. Diese Unterschiede beeinflussen Wasserhaushalt, Reifezeitpunkt und Ausdruck der einzelnen Rebsorten.

Gerade die Kalksteinlagen spielen eine wichtige Rolle für die Balance. Sie ermöglichen eine ausgezeichnete Reife und verleihen den Weinen gleichzeitig Frische, Spannung und eine feste Struktur. Das erklärt, warum dieser Saint-Émilion Wein trotz seiner enormen Konzentration nicht allein von reifer Frucht lebt.

Bordeaux

Von Ferdinand Bouffard zu Gérard Perse 

Die Geschichte des Weinbaus an den Hängen von Pavie reicht weit zurück. Die moderne Geschichte des Guts nahm im 19. Jahrhundert unter dem Bordelaiser Négociant Ferdinand Bouffard Gestalt an. Sein Besitz umfasste damals rund 50 Hektar und schloss Flächen ein, die später zu eigenständigen Weingütern wie Pavie-Decesse wurden. 

1943 erwarb die Familie Valette Château Pavie. In der ersten offiziellen Klassifikation von Saint-Émilion 1955 wurde es als Premier Grand Cru Classé B eingestuft. Nach wirtschaftlich schwierigeren Jahrzehnten folgte 1998 der Verkauf an Gérard Perse. 

Die Investitionen der Familie Perse veränderten das Gut grundlegend. Neben der Arbeit in den Weinbergen wurden auch Keller und Gebäude erneuert. 2012 wurde der neue, repräsentative Kellerkomplex fertiggestellt – im selben Jahr, in dem Pavie in den Rang eines Premier Grand Cru Classé A aufstieg. 

Merlot und Cabernet Franc 

Wie für das rechte Ufer typisch, spielt Merlot bei Château Pavie die Hauptrolle. Die Rebsorte liefert dunkle Frucht, Volumen und eine dichte, geschmeidige Textur. Von zunehmender Bedeutung ist Cabernet Franc. Er sorgt für florale und kräuterwürzige Noten, Frische und eine festere Kontur. Ergänzt werden beide durch Cabernet Sauvignon. 

Gerade die unterschiedlichen Höhenlagen ermöglichen es, die Sorten sehr gezielt einzusetzen. Merlot profitiert von den lehmreichen Böden, während Cabernet Franc auf den kalkhaltigen Partien besonders ausdrucksstark ausfallen kann. 

Vom kraftvollen zum präziseren Pavie 

Die moderne Geschichte von Château Pavie begann 1998 mit Gérard Perse. Der Unternehmer hatte 1993 mit Château Monbousquet sein erstes Weingut in Saint-Émilion erworben und investierte nach dem Kauf von Pavie massiv in Weinberge und Keller. 

Seine Vorstellung von großem Rotwein war eindeutig: Er sollte Konzentration, Struktur und genügend Substanz besitzen, um über Jahrzehnte zu reifen. Niedrige Erträge, sehr reife Trauben, strenge Selektion, intensive Extraktion und ein hoher Anteil neuer Eiche bestimmten entsprechend die Stilistik. 

Damit wurde Pavie zu einem der prominentesten Vertreter des kraftvollen Saint-Émilion-Stils der 2000er-Jahre, der der damals so populären Parker-Stilistik folgte. Die Weine erhielten enorme internationale Aufmerksamkeit und höchste Bewertungen, polarisierten aber auch. Was die einen als außergewöhnliche Konzentration und Reifefähigkeit feierten, empfanden andere als zu reif, extrahiert und holzbetont. 

In jüngeren Jahrgängen hat sich die Balance verschoben. Pavie bleibt ein konzentrierter, kraftvoller Wein, doch Frische, Präzision und die kalkige Spannung des Terroirs treten deutlicher hervor. 

Trauben der Rebsorte Primitivo hängen im Weinberg

Dunkle Frucht, Kalk und Struktur 

Ein junger Château Pavie besitzt meist eine intensive Aromatik von Brombeere, Schwarzkirsche, Pflaume und Cassis. Dazu kommen Veilchen, Lakritz, Grafit, Gewürze und eine kalkig-mineralische Komponente. 

Am Gaumen ist der Wein dicht und körperreich, mit einer ausgeprägten Tanninstruktur. Entscheidend für große Jahrgänge ist jedoch die Frische, die dieser Konzentration entgegensteht. Cabernet Franc und die Kalksteinböden verleihen dem Wein Spannung und Länge. 

Pavie ist deshalb kein Bordeaux Wein, der primär für frühen Genuss erzeugt wird. Große Jahrgänge benötigen Zeit und können sich über mehrere Jahrzehnte entwickeln. Mit der Reife treten Tabak, Trüffel, Leder, Gewürze und erdige Noten stärker hervor, während die anfangs mächtigen Tannine zunehmend geschmeidiger werden. 

Ausbau und Selektion 

Die einzelnen Parzellen werden separat gelesen und vinifiziert. Der Ausbau erfolgt klassisch in französischen Barriques und ist beim Grand Vin traditionell von einem hohen Anteil neuer Eiche geprägt. Das Holz unterstützt Struktur und Reifepotenzial und trägt in jungen Jahren deutlich zur Aromatik bei. 

Nur die besten Partien gelangen in "Château Pavie". Rund 80 % der Produktion können für den Grand Vin verwendet werden, wobei der tatsächliche Anteil vom Jahrgang und der Selektion abhängt. 

Der zweite Wein heißt "Arômes de Pavie". Er wurde lange vor allem mit den jüngeren Reben des Besitzes verbunden und bietet einen früher zugänglichen Ausdruck des Terroirs. 

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