Weinberge von Château Lagrange

Château Lagrange

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Château Lagrange steht für klassische Weine aus Bordeaux: ein wiedererstarkter Grand Cru aus Saint-Julien mit Cabernet-Fokus, Präzision und Frische. 


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Über das Weingut

Château Lagrange 

Château Lagrange ist eine der großen Erfolgsgeschichten im modernen Médoc. Das 1855 als Troisième Grand Cru Classé eingestufte Weingut in Saint-Julien war nach Jahrzehnten des Niedergangs Mitte des 20. Jahrhunderts nur noch ein Schatten seiner selbst. Mit der Übernahme durch die japanische Suntory-Gruppe 1983 begann eine grundlegende Erneuerung. Heute besitzt Château Lagrange mit rund 118 Hektar die größte Rebfläche innerhalb der Appellation Saint-Julien und steht wieder für klassisch strukturierte, Cabernet-geprägte Weine aus Bordeaux.Entscheidend für den Aufstieg waren umfangreiche Neuanpflanzungen, eine präzisere Parzellierung und die konsequente Rückkehr zum Cabernet Sauvignon. 

Vom Niedergang zur Wiedergeburt

Château Lagrange gehörte im 19. Jahrhundert zu den bedeutenden Besitzungen im Médoc. In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg geriet das Gut jedoch zunehmend in Schwierigkeiten. Ein Brand beschädigte in den 1950er-Jahren Teile des Châteaus, Investitionen blieben aus und große Weinbergsflächen wurden aufgegeben.

Bis 1983 war die Rebfläche auf rund 55 Hektar geschrumpft. Gleichzeitig hatte sich der Anteil von Merlot auf etwa 50 % erhöht – ungewöhnlich viel für die großen Kieslagen von Saint-Julien.

Mit der Übernahme durch Suntory – die 1988 auch das Kiedricher Weingut Robert Weil übernommen haben – änderte sich die Situation grundlegend. Bereits in den ersten Jahren investierte der neue Eigentümer ein Mehrfaches des Kaufpreises in Weinberge, Keller und Gebäude. Die Rebfläche wurde mehr als verdoppelt und der Cabernet Sauvignon wieder auf jene Kieslagen gepflanzt, auf denen er seine Stärken besonders gut ausspielen kann.

Bordeaux Region

118 Hektar und eine enorme Terroirvielfalt 

Heute verfügt Château Lagrange über rund 118 Hektar Reben auf einem insgesamt etwa 142 Hektar großen Besitz. Die Weinberge liegen im westlichen Teil von Saint-Julien und damit etwas weiter von der temperaturausgleichenden Gironde entfernt als einige berühmte Nachbarn. 

Die Böden bestehen aus unterschiedlichen Kombinationen von Kies, Sand und Lehm. Mehrere Kieskuppen und zahlreiche Einzelparzellen schaffen ein komplexes Mosaik verschiedener Reifebedingungen. Cabernet Sauvignon bevorzugt die warmen, hervorragend drainierten Kiesböden, während Merlot besonders auf Parzellen mit höheren Lehmanteilen gute Bedingungen findet. 

Die heutige Rebsortenverteilung spiegelt diese Ausrichtung wider. Rund zwei Drittel der roten Rebfläche entfallen auf Cabernet Sauvignon, gut ein Viertel auf Merlot und etwa 7 % auf Petit Verdot. Cabernet Franc spielt bei Château Lagrange dagegen keine nennenswerte Rolle. 

Cabernet Sauvignon gibt die Richtung vor 

Auch im Grand Vin dominiert Cabernet Sauvignon meist deutlich und erreicht häufig einen Anteil um 70 % oder darüber. Die Sorte liefert Cassis, Brombeere, Grafit und das feste Tanningerüst. Merlot ergänzt dunkle Frucht, Volumen und Geschmeidigkeit, während Petit Verdot mit Pfeffer, Veilchen und würziger Spannung Akzente setzt. 

Stilistisch gehört Château Lagrange zur klassischen Schule von Saint-Julien. Die Weine besitzen Kraft, vermeiden aber übermäßige Opulenz. Schwarze Johannisbeere und dunkle Kirsche treffen auf Zedernholz, Tabak, Grafit und Gewürze. Mit zunehmender Reife werden die anfangs straffen Tannine geschmeidiger und die typischen tertiären Noten großer Weine aus Bordeaux treten hervor. 

Die qualitative Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte spiegelt sich auch in den internationalen Bewertungen wider. Zahlreiche jüngere Jahrgänge wurden von führenden Kritikern hoch eingestuft und finden sich regelmäßig unter den gut bewerteten Parker Weinen aus Saint-Julien. 

Präzision im Keller 

Die Größe des Besitzes macht die parzellenweise Arbeit besonders wichtig. Die Trauben werden selektiv gelesen und die einzelnen Partien separat vinifiziert. So können Boden, Rebalter, Rebsorte und Reifegrad bei der späteren Assemblage gezielt berücksichtigt werden. 

Der Grand Vin reift klassisch in französischen Barriques, wobei der Anteil neuer Eiche häufig um 60 % liegt. Die Fassreife gibt dem Cabernet Zeit, seine Tannine zu verfeinern und die einzelnen Bestandteile der Cuvée miteinander zu verbinden. 

An der Spitze steht "Château Lagrange", der Troisième Grand Cru Classé. Seit dem Jahrgang 1983 gibt es mit "Les Fiefs de Lagrange" einen Zweitwein mit rund 45 % Anteil. Ursprünglich wurde er vor allem geschaffen, um die zahlreichen neu angepflanzten jungen Reben vom Grand Vin trennen zu können. Inzwischen haben viele dieser in den 1980er-Jahren gesetzten Rebstöcke längst ein für Spitzenweine ideales Alter erreicht – ein wichtiger Grund für die kontinuierliche Qualitätssteigerung des Grand Cru Classé

Les Arums de Lagrange – der weiße Lagrange 

Eine Besonderheit ist "Les Arums de Lagrange", der trockene Weißwein des Châteaus. Die dafür genutzten Parzellen liegen außerhalb der für Saint-Julien zugelassenen Rotwein-Appellation, weshalb der Wein unter einer übergeordneten Herkunftsbezeichnung vermarktet wird. 

Sauvignon Blanc bildet das aromatische Rückgrat und wird durch Sémillon ergänzt. Anders als die Vorlage vermuten lässt, spielt Holz bei Les Arums eine wichtige Rolle: Die Vinifikation und Reifung erfolgt zu einem wesentlichen Teil in Fässern. Das verleiht dem Wein neben Zitrus, weißem Pfirsich und Kräutern eine cremigere Textur und feine Würze, während der Sauvignon für Frische und Spannung sorgt. 

Trauben der Rebsorte Montepulciano

Nachhaltigkeit auf großer Fläche 

Bei einem Besitz dieser Größe hat auch die Bewirtschaftung besonderes Gewicht. Château Lagrange arbeitet seit vielen Jahren an einer Reduzierung der Eingriffe im Weinberg. Unkraut wird mechanisch statt mit Herbiziden kontrolliert, Hecken und ökologische Korridore fördern die Biodiversität. 

Bereits seit 2005 ist das Gut nach Terra Vitis zertifiziert. Zudem gehörte Lagrange früh zu den Bordeaux-Châteaux, die ihre CO₂-Emissionen systematisch erfassten. Nachhaltigkeit wird dabei weniger als kurzfristiges Marketinginstrument denn als langfristige Aufgabe für einen außergewöhnlich großen zusammenhängenden Weinbergsbesitz verstanden. 

Ein Grand Cru Classé mit neuer Stärke 

Bei einem Besitz dieser Größe hat auch die Bewirtschaftung besonderes Gewicht. Château Lagrange arbeitet seit vielen Jahren an einer Reduzierung der Eingriffe im Weinberg. Unkraut wird mechanisch statt mit Herbiziden kontrolliert, Hecken und ökologische Korridore fördern die Biodiversität. 

Bereits seit 2005 ist das Gut nach Terra Vitis zertifiziert. Zudem gehörte Lagrange früh zu den Bordeaux-Châteaux, die ihre CO₂-Emissionen systematisch erfassten. Nachhaltigkeit wird dabei weniger als kurzfristiges Marketinginstrument denn als langfristige Aufgabe für einen außergewöhnlich großen zusammenhängenden Weinbergsbesitz verstanden. 

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