Weingut von Château Durfort-Vivens

Château Durfort Vivens

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Château Durfort-Vivens steht für biodynamische Weine aus Bordeaux: Cabernet-geprägtes Margaux mit Finesse, Frische und präziser Herkunft. 


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Über das Weingut

Château Durfort-Vivens 

Château Durfort-Vivens gehört zu den spannendsten Weingütern in Margaux. Bereits 1855 wurde es als Deuxième Grand Cru Classé eingestuft, doch lange stand das Château im Schatten berühmterer Nachbarn. Heute präsentiert es sich völlig anders: Unter Gonzague Lurton ist Durfort-Vivens zu einem Vorreiter des biodynamischen Weinbaus im Médoc geworden. Die Weine verbinden einen ungewöhnlich hohen Anteil Cabernet Sauvignon mit Frische, feinen Tanninen und der duftigen Eleganz von Margaux.

Gonzague Lurton und die Rückkehr zur Eigenständigkeit 

Die Geschichte des Besitzes reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Selbst Thomas Jefferson erwähnte Durfort Ende des 18. Jahrhunderts unter den herausragenden Weinen des Médoc. Dennoch geriet der Name später zunehmend aus dem Blickfeld. Zwischen 1937 und 1961 gehörte Durfort-Vivens der Weinhändlerfamilie Ginestet, damals auch Eigentümerin von Château Margaux. Ein erheblicher Teil der Produktion wurde in dieser Zeit für Château Margaux verwendet. Erst nach dem Erwerb durch Lucien Lurton 1961 entwickelte Durfort-Vivens wieder eine eigenständige Identität. 

1992 übernahm Gonzague Lurton das Château von seinem Vater. Der entscheidende Schritt zur heutigen Ausrichtung begann 2009 mit der Umstellung auf Biodynamie. Seit 2016 ist der gesamte Weinberg biologisch und biodynamisch zertifiziert, unter anderem nach Demeter. 

Dabei versteht Durfort-Vivens Biodynamie nicht als Selbstzweck. Im Mittelpunkt stehen lebendige Böden, Biodiversität und möglichst widerstandsfähige Reben. Begrünungen, schonende Bodenbearbeitung und die Arbeit mit biodynamischen Präparaten sollen ein funktionierendes Ökosystem schaffen. Seit 2019 begleitet Corinne Comme das Château bei dieser Entwicklung. 

Heute gehört Durfort-Vivens damit zu jener kleinen Gruppe klassifizierter Bordeaux-Güter, die ökologische und biodynamische Landwirtschaft besonders konsequent mit den Qualitätsansprüchen eines Grand Cru Classé verbinden. 

Kies und Cabernet Sauvignon 

Die rund 55 Hektar Rebfläche verteilen sich auf mehrere Bereiche in Margaux, Cantenac und Soussans. Entscheidend sind die tiefgründigen Kiesböden. Sie verfügen über eine ausgezeichnete Drainage, erwärmen sich schnell und bieten damit ideale Voraussetzungen für Cabernet Sauvignon. 

Entsprechend ungewöhnlich hoch ist dessen Anteil im Weinberg: Rund 85 % der Fläche sind mit Cabernet Sauvignon bestockt, hinzu kommen etwa 13 % Merlot und 2 % Cabernet Franc. Die Pflanzdichte liegt bei rund 7.700 bis 8.300 Reben pro Hektar. Viele Cabernet-Reben besitzen ein beträchtliches Alter; zugleich arbeitet Durfort-Vivens mit Massenselektionen, um die genetische Vielfalt seiner Weinberge langfristig zu erhalten. 

Der Stil von Château Durfort-Vivens 

Der Grand Vin ist ein ausgesprochen klassischer, dabei zunehmend puristischer Vertreter von Margaux. Anders als besonders opulent interpretierte Weine aus Bordeaux setzt Durfort-Vivens auf Spannung, Frische und aromatische Präzision. Der hohe Cabernet-Anteil sorgt in jungen Jahren für Struktur und gelegentlich auch Strenge, verleiht den Weinen jedoch ein ausgezeichnetes Reifepotenzial. 

Die Cabernet-Dominanz prägt den Charakter der Weine. Cassis, dunkle Beeren, Veilchen, Graphit und Lakritz treffen auf eine feste, aber feine Tanninstruktur. Merlot sorgt für etwas mehr Fülle und Geschmeidigkeit, während Cabernet Franc florale und würzige Akzente setzen kann. 

Mit zunehmender Flaschenreife entwickeln sich neben Cassis und Brombeere Noten von Zeder, Tabak, Grafit, Gewürzen und floralen Nuancen. Die typische Duftigkeit von Margaux bleibt dabei ebenso erhalten wie eine kühle, geradlinige Struktur. Gute Jahrgänge finden sich regelmäßig unter den hoch bewerteten Parker Weinen, doch gerade stilistisch hat Durfort-Vivens in den vergangenen Jahren ein zunehmend eigenständiges Profil entwickelt. 

Barrique und Amphore 

Auch im Keller verfolgt das Weingut einen eigenständigen Weg. Die Parzellen werden separat vinifiziert und möglichst schonend extrahiert. Der Grand Vin reift traditionell teilweise in neuen französischen Barriques. Gleichzeitig spielen Amphoren inzwischen eine bedeutende Rolle. 

Durfort-Vivens begann bereits in den 2010er-Jahren mit Tonamphoren zu experimentieren und baute deren Verwendung anschließend deutlich aus. Sie erlauben eine Reifung ohne zusätzliche Holzaromatik und sollen damit Frucht, Frische und die Eigenheiten der unterschiedlichen Parzellen möglichst unverstellt erhalten. Barriques und Amphoren werden deshalb nicht als Gegensätze verstanden, sondern gezielt miteinander kombiniert. 

Eine besonders ungewöhnliche Facette des Châteaus ist ein reinsortiger Cabernet Sauvignon, der ohne Schwefelzusatz erzeugt wird. Er zeigt, wie weit Durfort-Vivens mittlerweile bereit ist, über die traditionellen Konventionen eines klassifizierten Bordeaux-Weinguts hinauszugehen. 

Die Weine von Durfort-Vivens 

An der Spitze steht "Château Durfort-Vivens", der Deuxième Grand Cru Classé. Nur 40 % der Lese gelangt in diesen Grand Vin. Cabernet Sauvignon dominiert die Assemblage meist deutlich und kann in einzelnen Jahrgängen mehr als 90 % erreichen. 

Daneben erzeugt das Weingut mit "Vivens" beziehungsweise je nach Markt auch "Relais de Durfort-Vivens" genannt, einen zugänglicheren Wein, der die Herkunft und Stilistik des Hauses in einer früher trinkreifen Form interpretiert. Auch hier haben Amphoren für den Ausbau zunehmend an Bedeutung gewonnen. 

Die vergleichsweise geringen Erträge und die strenge Selektion tragen dazu bei, dass Durfort-Vivens heute qualitativ wieder dort angekommen ist, wo die Klassifikation von 1855 das Château einst verortete. 

Ein eigenständiger Grand Cru aus Margaux 

Die Entwicklung von Château Durfort-Vivens gehört zu den bemerkenswerten Geschichten im modernen Médoc. Ein lange wenig beachteter Deuxième Grand Cru Classé hat sich unter Gonzague Lurton zu einem der konsequentesten biodynamischen Güter der Region entwickelt.

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