Über das Weingut
Château d’Yquem – primus inter pares in Sauternes
Château d'Yquem ist eines der berühmtesten Weingüter der Welt und eine Ikone des Bordeaux Wein. Die Geschichte des Guts reicht bis ins Mittelalter zurück. Bereits im 15. Jahrhundert befand sich das Anwesen im Besitz der Familie Sauvage. Durch die Heirat von Françoise-Joséphine de Sauvage d’Yquem mit Louis-Amédée de Lur-Saluces im Jahr 1785 begann jene Epoche, die den Ruf des Châteaus nachhaltig prägen sollte.
Im 18. und 19. Jahrhundert entwickelte sich d’Yquem zum Maßstab für edelsüße Weine. Die außergewöhnliche Qualität war so offensichtlich, dass das Weingut bei der Klassifikation von 1855 als einziges Château die Sonderstellung "Premier Cru Supérieur" erhielt. Bis heute steht es damit über allen anderen klassifizierten Sauternes-Gütern – ja eigentlich über allen anderen Weingütern der Region.
Über Generationen blieb das Château im Besitz der Familie Lur-Saluces. Und Bertrand de Lur-Saluces hat d’Yquem im 20. Jahrhundert als weltweite Referenz für Süßwein nur moch berühmter gemacht. Nach längeren Auseinandersetzungen innerhalb der Eigentümerfamilie übernahm dann die LVMH-Gruppe schrittweise die Kontrolle über das Weingut. Heute gehört Château d’Yquem zu den prestigeträchtigsten Weinbesitzungen des Konzerns und steht in einer Reihe mit einigen der berühmtesten Luxusmarken Frankreichs.
Trotz der Tatsache, dass es Teil eines Konzern ist, hat sich d’Yquem seinen kompromisslosen Qualitätsanspruch bewahrt. Das Château verzichtet regelmäßig auf die Produktion eines Jahrgangs, wenn die Qualität den eigenen Anforderungen nicht genügt – eine Entscheidung, die in der Weinwelt bis heute außergewöhnlich ist.
Die Philosophie von Château d’Yquem
Die Philosophie von Château d’Yquem basiert auf absolut rigider Selektion. Das Ziel besteht nicht darin, möglichst viel Wein zu erzeugen, sondern ausschließlich jene Qualität zu produzieren, die den hohen Ansprüchen des Hauses entspricht.
Entscheidend ist dabei die sogenannte Edelfäule (Botrytis cinerea). Unter den besonderen klimatischen Bedingungen von Sauternes konzentriert dieser Pilz Zucker, Säure und Aromastoffe in den Beeren. Damit dies gelingt, müssen Nebel und Feuchtigkeit am Morgen auf trockene und sonnige Nachmittage treffen.
Die Weinlese erfolgt ausschließlich von Hand und in zahlreichen Durchgängen derselben Rebparzelle. Oft werden nur einzelne Beeren gelesen, die den gewünschten Reifegrad erreicht haben. Diese extreme Selektion führt zu sehr niedrigen Erträgen, bildet aber die Grundlage für die unverwechselbare Qualität des Weins.
Im Keller setzt das Château auf eine lange Reifung in französischen Eichenfässern, von denen jedes Jahr ein hoher Anteil neu ist. Ziel ist ein Wein, der Konzentration, Frische, Komplexität und außergewöhnliche Langlebigkeit vereint.
Das Terroir und die Rebsorten
Château d’Yquem liegt im südlichen Teil des Bordeaux innerhalb der Appellation Sauternes, die historisch zur Region Graves gehört. Das Weingut nimmt dabei eine einzigartige geographische Position ein.
Die rund 110 Hektar umfassenden Weinberge liegen auf einer Anhöhe, die sich deutlich über die umliegenden Flächen erhebt. Die Böden bestehen aus einer komplexen Mischung aus Kies, Sand, Ton und Kalkstein. Diese Vielfalt ermöglicht eine optimale Wasserversorgung der Reben und trägt zur Komplexität der Weine bei.
Von zentraler Bedeutung ist das Mikroklima. Die nahe gelegenen Flüsse Ciron und Garonne erzeugen im Herbst regelmäßig Nebel, die ideale Bedingungen für die Entwicklung der Edelfäule schaffen. Gleichzeitig sorgen sonnige Nachmittage dafür, dass die Trauben nicht von unerwünschter Fäulnis befallen werden.
Die Rebflächen sind überwiegend mit Sémillon bepflanzt, das etwa 75 bis 80 % der Bestände ausmacht. Die Rebsorte liefert Fülle, Textur und die Fähigkeit zur Entwicklung der Edelfäule. Ergänzt wird sie durch Sauvignon Blanc, der Frische, Säure und aromatische Spannung einbringt.
Die Weine von Château d’Yquem
Der Grand Vin Château d’Yquem zählt zu den größten Süßweinen der Welt und gilt vielen Weinliebhabern als der Maßstab für edelsüßen Bordeaux Wein.
Trotz seines hohen Zuckergehalts beeindruckt Château d’Yquem immer durch seine Frische. Die Säure verhindert jede Schwere und verleiht dem Wein eine bemerkenswerte Balance. Diese Kombination ermöglicht eine außergewöhnliche Lagerfähigkeit. Große Jahrgänge können problemlos über ein Jahrhundert reifen und entwickeln dabei immer neue Facetten.
Seit 2011 produziert das Château zudem mit „Y“ (ausgesprochen wird es: i-grec) einen trockenen Weißwein. Dieser stammt ebenfalls aus den Weinbergen von d’Yquem und zeigt eine andere Interpretation des einzigartigen Terroirs. Der Wein gehört heute zu den begehrtesten trockenen Weißweinen Frankreichs.
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