Château Dassault

Château Dassault

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Château Dassault interpretiert Weine aus Bordeaux aus Saint-Émilion als präzise, terroirbetonte Cuvées aus Merlot und Cabernet Franc. 


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Über das Weingut

Château Dassault – Weine aus Bordeaux mit einer ungewöhnlichen Geschichte

Château Dassault besitzt eine der ungewöhnlicheren Geschichten unter den klassifizierten Weingütern von Saint-Émilion. Erst 1955 erwarb der Flugzeugkonstrukteur und Unternehmer Marcel Dassault das damalige Château Couperie und gab ihm seinen Namen. Nur 14 Jahre später wurde es als Grand Cru Classé eingestuft. Heute umfasst das Château 24 Hektar mit Merlot, Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon. Sand, Lehm und eisenhaltige Böden prägen einen kraftvollen, zugleich zunehmend präzise vinifizierten Rotwein. Unter den Weinen aus Bordeaux verbindet Château Dassault damit die Tradition Saint-Émilions mit einer jungen Erfolgsgeschichte.

Vom Flugzeugbau zum Wein

Marcel Dassault gehörte zu den bedeutendsten französischen Unternehmern des 20. Jahrhunderts. Seine Verbindung zu Bordeaux begann lange vor seinem Einstieg in den Weinbau: Eine seiner Flugzeugfabriken befand sich in Mérignac bei Bordeaux in der Nähe des Flughafens und dort, wo heute auch Airbus fertigt. 

1955 erwarb er das Château Couperie in Saint-Émilion. Das Weingut befand sich damals qualitativ nicht auf dem Niveau, das sein Terroir erwarten ließ. Dassault benannte den Besitz unmittelbar in Château Dassault um und begann mit umfangreichen Investitionen. Weinberge wurden neu bepflanzt, Keller und technische Ausstattung modernisiert. 

Der Erfolg stellte sich schnell ein. Bereits 1969 wurde Château Dassault erstmals als Grand Cru Classé in die Klassifikation von Saint-Émilion aufgenommen. Diesen Status konnte das Château bei allen folgenden Revisionen behaupten – zuletzt bei der Klassifikation von 2022. Damit benötigte Dassault weniger als anderthalb Jahrzehnte, um aus dem unbekannten Château Couperie ein klassifiziertes Weingut zu formen. 

Bordeaux

24 Hektar im Norden von Saint-Émilion 

Château Dassault liegt nordwestlich der mittelalterlichen Stadt Saint-Émilion. Der zusammenhängende Besitz umfasst heute 24 Hektar Rebfläche sowie einen rund fünf Hektar großen Park mit alten Bäumen, Wiesen und einem Teich. Die Weinberge erreichen Höhen von knapp 50 Metern. Geologisch unterscheiden sie sich deutlich von den Kalksteinlagen auf dem zentralen Plateau von Saint-Émilion. 

Hier wechseln sandige Böden mit tonig-schluffigen Bereichen und eisenhaltigen Schichten. Gerade die Eisenoxide sind für viele Terroirs des rechten Ufers charakteristisch. Sie sorgen gemeinsam mit Ton und Sand für unterschiedliche Wasserhaltekapazitäten und Reifebedingungen innerhalb des Weinbergs. Diese Unterschiede werden heute wesentlich detaillierter berücksichtigt als früher. Die einzelnen Parzellen werden nach Bodentyp, Rebsorte und Mikroklima getrennt bewirtschaftet und vinifiziert. 

Merlot und zunehmend Cabernet Franc 

Der aktuelle Rebsortenspiegel besteht zu 75 % aus Merlot, zu 22 % aus Cabernet Franc und zu 3 % aus Cabernet Sauvignon. Das durchschnittliche Rebalter liegt bei rund 27 Jahren.  

Merlot bildet damit eindeutig das Zentrum von Château Dassault. Auf den sandig-lehmigen Böden entwickelt die Sorte reife Pflaumen- und Kirschfrucht sowie jene geschmeidige Textur, die für viele Weine aus Saint-Émilion charakteristisch ist. Cabernet Franc spielt jedoch eine zunehmend wichtige Rolle. Er bringt florale Noten, Frische, Würze und eine feinere Tanninstruktur in die Cuvée. Cabernet Sauvignon bleibt mit lediglich 3 % der Rebfläche eine Ergänzung. 

Die Entwicklung des Rebsortenspiegels ist Teil einer langfristigen Neuordnung des Weinbergs. Ältere oder weniger geeignete Bestände wurden schrittweise ersetzt, Pflanzdichten erhöht und Parzellen entsprechend ihrer Böden neu bewertet. 

Der Weinberg wird neu gedacht 

In den vergangenen Jahren wurde Château Dassault umfassend parzelliert und kartiert. Ziel ist es, die Unterschiede innerhalb der 24 Hektar wesentlich genauer zu verstehen. Neue Anlagen werden mit höheren Pflanzdichten angelegt als die historischen Weinberge. Damit nähert man sich wieder stärker der traditionellen Konkurrenzsituation zwischen den Rebstöcken an: Jeder einzelne Stock trägt weniger Trauben und muss sein Wurzelsystem tiefer entwickeln. 

Die Trauben werden vollständig von Hand gelesen. Gleichzeitig ermöglichen detaillierte Bodenanalysen und moderne Kartierung eine präzisere Festlegung des Erntezeitpunkts für jede einzelne Parzelle. Das Château ist heute sowohl nach Haute Valeur Environnementale als auch im Rahmen des Umweltmanagementsystems ISO 14001 zertifiziert.  

Bemerkenswert ist zudem die unmittelbare Umgebung des Château. Der rund fünf Hektar große historische Park mit Teich und teilweise jahrhundertealten Bäumen schafft innerhalb der intensiv bewirtschafteten Landschaft von Saint-Émilion einen wichtigen Rückzugsraum für unterschiedliche Pflanzen- und Tierarten.  

Präzise Selektion im Keller 

Auch die Vinifikation wurde zunehmend auf die unterschiedlichen Parzellen zugeschnitten. Die Trauben werden nach der Handlese sorgfältig sortiert und separat verarbeitet. Für die Gärung stehen Beton-, Edelstahl- und Holzbehälter zur Verfügung. Unterschiedliche Tankgrößen erlauben es, auch kleinere Partien getrennt zu vinifizieren. 

Historisch war Château Dassault für eine durchaus extraktionsbetonte Stilistik bekannt. Reife Frucht, intensive Maischearbeit und ein hoher Anteil neuen Holzes sorgten für kraftvolle, in jungen Jahren teilweise kompakte Weine. Diese Grundstruktur ist nicht verschwunden. Der Stil hat sich jedoch stärker in Richtung Präzision entwickelt. Die Extraktion soll die natürliche Konzentration der Trauben begleiten, ohne das Tannin unnötig zu verstärken. 

Trauben der Rebsorte Primitivo hängen im Weinberg

Barrique bleibt wichtig 

Der Ausbau im französischen Barrique bleibt ein charakteristischer Bestandteil der Stilistik von Château Dassault. Der Conseil des Vins de Saint-Émilion gibt aktuell einen Neuholzanteil von rund 60 % an. Damit gehört Dassault weiterhin zu den Gütern, bei denen neues Holz eine erkennbare Rolle spielt. Es bringt Noten von Gewürzen, Zedernholz und Röstaromen und rundet zugleich die kräftige Tanninstruktur ab.

D de Dassault 

Neben dem Grand Vin erzeugt das Weingut "D de Dassault". Der Wein wird heute als eigenständiger Saint-Émilion Grand Cru geführt und stammt von vier Hektar mit sandigen und tonig-schluffigen Böden. Die Reben sind zu 70 % mit Merlot und zu 30 % mit Cabernet Franc bepflanzt und im Durchschnitt etwa 20 Jahre alt. Auch hier erfolgt die Lese vollständig von Hand. Der Ausbau findet ausschließlich in gebrauchten Barriques statt. 

Drei Châteaus in Saint-Émilion 

Château Dassault bildet heute den Mittelpunkt eines größeren Weinbesitzes der Familie. Dazu gehören auch Château La Fleur und Château Faurie de Souchard. Château La Fleur wurde 2002 erworben, Faurie de Souchard folgte 2013. Zusammen bilden die drei Güter heute einen Besitz von rund 60 Hektar in Saint-Émilion. 

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