Château Climens

Château Climens

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Feinster Bordeaux Wein aus Barsac: Château Climens, Premier Cru Classé. 100 % Sémillon, biodynamisch, salzig-fein und brillant gereift. 


    Über das Weingut

    Château Climens – Bordeaux de Barsac aus 100 % Sémillon

    Château Climens gehört zu den großen Besonderheiten von Barsac. Während die meisten berühmten Süßweine der Region aus mehreren Rebsorten entstehen, ist der rund 30 Hektar große Weinberg ausschließlich mit Sémillon bepflanzt. Auf einer dünnen Auflage aus sandigem, eisenhaltigem Lehm über Kalkstein entwickelt die Sorte eine ungewöhnliche Verbindung aus Konzentration und Frische. Das Ergebnis ist ein Bordeaux Wein, dessen Süße nie allein im Vordergrund steht: Botrytis, Zitrusfrucht, Gewürze und Honig werden von einer kalkig-salzigen Spannung getragen. Seit 1855 ist Château Climens als Premier Cru Classé eingestuft.

    Der ‚Seigneur de Barsac‘ 

    Climens wird traditionell als ‚Seigneur de Barsac‘ bezeichnet. Die Geschichte des Weinguts lässt sich bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Trotz verschiedener Eigentümer blieb der Kern des Besitzes über Jahrhunderte weitgehend erhalten. Eine entscheidende Phase begann 1971, als Lucien Lurton das Château erwarb. 1992 übergab er die Verantwortung an seine damals erst 22-jährige Tochter Bérénice Lurton. In den folgenden drei Jahrzehnten prägte sie Climens maßgeblich und leitete insbesondere die konsequente Umstellung auf biodynamischen Weinbau ein. 

    2022 folgte ein Eigentümerwechsel. Jean-Hubert Moitry und seine Familie erwarben zunächst die Mehrheit am Château. Damit ging die Verantwortung nach mehr als 50 Jahren von der Familie Lurton auf die Familie Moitry über. Die stilistische Ausrichtung blieb dabei erhalten: Climens soll nicht über maximale Konzentration definiert werden, sondern über Reinheit, Frische und die besondere Ausdruckskraft seines Kalkstein-Terroirs. 

    Bordeaux Region

    Premier Cru Classé seit 1855 

    Bei der berühmten Bordeaux-Klassifikation von 1855 wurden neben den Rotweinen des Médoc auch die edelsüßen Weißweine aus Sauternes und Barsac eingestuft. Château Climens erhielt den Rang eines Premier Cru Classé. Lediglich Château d’Yquem wurde als Premier Cru Supérieur darüber eingeordnet.  

    Die Klassifikation von Sauternes und Barsac ist seit 1855 unverändert geblieben. Climens gehört damit bis heute zu den elf Premiers Crus der beiden Appellationen. Die Weine dürfen dabei sowohl als Barsac als auch unter der übergeordneten Appellation Sauternes vermarktet werden. Climens entscheidet sich traditionell für Barsac – und betont damit ausdrücklich seine Herkunft. 

    Kalkstein macht den Unterschied 

    Die besondere Stilistik von Climens beginnt mit seiner Geologie. Der zusammenhängende Weinberg liegt auf einer der höher gelegenen Partien von Barsac. Unter einer lediglich rund 40 bis 60 Zentimeter mächtigen Auflage aus sandigem, eisenhaltigem Lehm befindet sich ein massiver Kalksteinsockel. 

    Dieser Untergrund sorgt für eine ausgezeichnete natürliche Drainage. Niederschläge können schnell abfließen, während die Risse im Kalkstein den Rebwurzeln Zugang zu tieferen Wasserreserven ermöglichen. 

    Für einen edelsüßen Weißwein ist diese Kombination entscheidend. Botrytis cinerea konzentriert Zucker, Säure und Aromen in den Beeren. Gleichzeitig bewahrt der Kalkstein jene Frische, die verhindert, dass der fertige Wein schwer oder breit wirkt. 

    100 % Sémillon 

    Noch ungewöhnlicher ist die konsequente Beschränkung auf eine einzige Rebsorte. Der gesamte Weinberg ist mit Sémillon bepflanzt. In Sauternes und Barsac wird die Sorte häufig mit Sauvignon Blanc und gelegentlich Muscadelle kombiniert. Sauvignon Blanc liefert zusätzliche Säure und aromatische Frische. Climens benötigt diese Unterstützung nicht. Hier übernimmt der Kalksteinboden diese Funktion und gibt dem Sémillon genügend Spannung. 

    Sémillon wiederum besitzt eine dünne Beerenschale und reagiert besonders gut auf Botrytis. Die Edelfäule lässt Wasser aus den Beeren verdunsten und konzentriert Zucker und Aromen. Gleichzeitig verändert der Pilz die Aromatik selbst: Noten von Zitrus, Aprikose, Safran, Bienenwachs und Honig entstehen in einer Komplexität, die weit über reine Überreife hinausgeht. Das Ergebnis ist einer der wenigen großen Bordeaux Weine, bei denen sich die Verbindung von Rebsorte und Terroir ohne Erzeugung einer Cuvée beobachten lässt. 

    Lese in mehreren Durchgängen 

    Edelsüßer Barsac lässt sich nicht in einem einzigen Arbeitsgang ernten. Die Botrytis entwickelt sich weder in jeder Parzelle noch an jeder Traube gleichmäßig. Die Pflücker ziehen deshalb mehrfach durch die Rebzeilen und lesen ausschließlich jene Beeren, die zum jeweiligen Zeitpunkt den gewünschten Zustand erreicht haben. 

    Bei Climens übernimmt traditionell ein erfahrenes Leseteam diese Arbeit. Abhängig vom Jahrgang können zahlreiche Durchgänge notwendig sein. Entsprechend gering sind die Erträge. Sie können auf lediglich 7 bis 12 Hektoliter pro Hektar sinken – nur einen Bruchteil dessen, was bei trockenem Bordeaux Wein üblich ist. 

    In schwierigen Jahren kann die kompromisslose Selektion sogar dazu führen, dass überhaupt kein Château Climens erzeugt wird. So verzichtete das Weingut unter anderem 1984, 1992, 1993 und 2017 auf seinen Grand Vin. 

    Ein Pionier der Biodynamie in Bordeaux 

    2010 begann unter Bérénice Lurton und dem langjährigen technischen Direktor Frédéric Nivelle die vollständige Umstellung des Weinbergs auf Biodynamie. Für Bordeaux war dies zu diesem Zeitpunkt noch ungewöhnlich, erst recht im feuchten Klima von Barsac. 

    2014 wurde der Weinberg von Demeter zertifiziert, später folgte auch die entsprechende Zertifizierung der Weine. Bis heute ist die biodynamische Bewirtschaftung ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit von Climens. 

    Das Weingut stellt viele seiner Präparate selbst her. Dafür wurde eine eigene ‚Tisanerie‘ eingerichtet, in der Kräuter aus dem Château und seiner Umgebung getrocknet und anschließend zu Pflanzenaufgüssen verarbeitet werden. 

    Vinifikation im Barrique 

    Die einzelnen Partien werden getrennt vinifiziert. Die alkoholische Gärung erfolgt traditionell direkt in französischen Eichenfässern. Erst während des Ausbaus und nach zahlreichen Verkostungen entscheidet sich, welche Partien die notwendige Balance für Château Climens besitzen. 

    Der Anteil neuer Fässer liegt abhängig vom Jahrgang ungefähr bei 40 %. Der Ausbau erstreckt sich über einen langen Zeitraum, damit sich Süße, Botrytis-Aromatik, Holz und Säure miteinander verbinden können. 

    Diese Selektion erklärt, warum die Menge des Grand Vin erheblich schwanken kann. Bei einem edelsüßen Wein entscheidet nicht allein die Qualität einer bestimmten Parzelle, sondern der Verlauf der Botrytis während der jeweiligen Lese. 

    Trauben der Rebsorte Carmenere hängen im Weinberg

    Cyprès de Climens 

    Der Zweitwein "Cyprès de Climens" wurde erstmals mit dem Jahrgang 1984 erzeugt – ausgerechnet in einem Jahr, in dem kein "Château Climens" abgefüllt wurde. 

    Sein Anteil an der Produktion variiert stark und kann abhängig vom Jahrgang und von der späteren Selektion erheblich schwanken. Stilistisch zeigt "Cyprès" die Handschrift des Weinguts in einer leichteren und früher zugänglichen Form. 

    Vom Süßwein zum trockenen Sémillon 

    Eine der bedeutendsten Veränderungen der jüngeren Geschichte ist die zunehmende Beschäftigung mit trockenem Weißwein. Erste Versuche begannen unter Bérénice Lurton gemeinsam mit Pascal Jolivet aus Sancerre. 

    2018 entstand der erste "Asphodèle". Auch dieser trockene Weißwein wird konsequent aus 100 % Sémillon erzeugt. Inzwischen ist daraus eine eigene Familie trockener Weine entstanden. Neben "Asphodèle" produziert Climens heute unter anderem "Lilium" und "Petite Lily". 

    Die Entwicklung hat sich unter der Familie Moitry deutlich beschleunigt. Climens versteht seinen Sémillon heute nicht mehr ausschließlich als Grundlage eines großen botrytisierten Barsac, sondern erforscht unterschiedliche Ausdrucksmöglichkeiten der Sorte. 

    Der trockene Ausbau macht die besondere Verbindung von Sémillon und Kalkstein unmittelbar sichtbar: Zitrusfrucht, florale Noten, feine Textur und eine salzige Mineralität stehen hier stärker im Vordergrund als Botrytis und Süße. 

    Ein großer Weißwein für Jahrzehnte 

    Der klassische "Château Climens" bleibt dennoch das Herzstück des Weinguts. Jung zeigt er häufig Zitrone und Grapefruit, weiße und gelbe Blüten, Aprikose und exotische Früchte. Mit zunehmender Reife entwickeln sich Honig, Safran, Bienenwachs, kandierte Zitrusschalen und Gewürze. 

    Entscheidend ist die Balance. Trotz hoher natürlicher Zuckerkonzentration wirkt guter Climens nie ausschließlich süß. Kalkstein, Säure und eine leicht salzige Mineralität halten den Wein in Spannung. 

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