Château Canon

Château Canon

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Château Canon steht für fein strukturierten Bordeaux Wein aus Saint-Émilion: Merlot und Cabernet Franc vom Kalkplateau, elegant und lagerfähig.


    Über das Weingut

    Château Canon – Saint-Émilion vom Plateau

    Château Canon besitzt eine der geschlossensten und markantesten Lagen auf dem Kalksteinplateau von Saint-Émilion. Rund 90 % der 34 Hektar liegen auf dem Hochplateau, wo eine dünne Tonauflage über mächtigem Kalkstein Merlot und Cabernet Franc ideale Bedingungen bietet. Der daraus entstehende Bordeaux Wein verbindet feine Frucht, florale und würzige Noten mit einer straffen mineralischen Struktur. Canon ist kein Saint-Émilion der schnellen Wirkung: Seine Eleganz und Tiefe entwickeln sich mit Zeit, im Weinberg ebenso wie auf der Flasche. Seit der Klassifikation von 1969 gehört das Château zu den Premiers Grands Crus Classés; diesen Rang bestätigte zuletzt die Klassifikation von 2022.

    Ein Château mit langer Geschichte

    Wein wird auf den heutigen Parzellen von Canon seit Jahrhunderten angebaut. Die moderne Geschichte des Weinguts beginnt jedoch 1760 mit Jacques Kanon. Der Seefahrer und Freibeuter kaufte mehrere kleinere Besitzungen auf dem Plateau von Saint-Émilion und führte sie zu einem zusammenhängenden Gut zusammen. 1767 ließ er das heutige Château errichten. Aus Kanon wurde später Canon – der Name des Besitzers blieb dem Weingut erhalten. 

    Diese Geschichte hat allerdings auch eine weniger idyllische Seite. Kanons wirtschaftliche Aktivitäten waren mit dem französischen Kolonialhandel verbunden. Wie bei mehreren historischen Bordeaux-Familien verweist die Entstehungsgeschichte des Château damit auch auf die Verflechtung der Region mit dem kolonialen Wirtschaftssystem des 18. Jahrhunderts. 

    1919 erwarb die Familie Fournier Canon. Seit 1996 gehört das Château Alain und Gérard Wertheimer, den Eigentümern von Chanel. Die Familie hatte zwei Jahre zuvor bereits Château Rauzan-Ségla in Margaux übernommen. 

    34 Hektar auf dem Plateau

    Die Wertheimers übernahmen zunächst rund 18 Hektar. Durch gezielte Zukäufe wurde der Besitz sukzessive erweitert. Eine wichtige Rolle spielte Château Matras, dessen Weinberge teilweise in Canon integriert wurden. Heute umfasst Château Canon 34 Hektar. 

    Der Weinberg bildet eine ungewöhnlich geschlossene Einheit rund um das Château. Etwa 90 % befinden sich auf dem Hochplateau und verteilen sich auf unterschiedliche Parzellen und Expositionen. Trockenmauern gliedern die Rebflächen und gehören ebenso zum Landschaftsbild wie die beiden Kirchtürme von Saint-Martin-de-Mazerat und Saint-Émilion. 

    Eine kleine Besonderheit ist die Parcelle du Bourg mitten im historischen Saint-Émilion. Sie liegt nahe dem Couvent des Cordeliers und ist ausschließlich mit Merlot bepflanzt.  

    Kalkstein als Fundament

    Das eigentliche Kapital von Château Canon liegt unter der Oberfläche. Ton-Kalk-Böden bedecken den mächtigen Asterienkalk des Plateaus. Das poröse Gestein kann Niederschlagswasser aufnehmen und während trockener Perioden langsam wieder an die Reben abgeben. Gleichzeitig zwingt die geringe Bodenauflage die Wurzeln tief in Spalten und Risse des Kalksteins. Dadurch reagieren die Reben weniger unmittelbar auf kurzfristige Wetterextreme. 

    Unter den Weinbergen erstreckt sich zudem ein weitläufiges System historischer Kalksteinbrüche. Die unterirdischen Galerien erinnern daran, dass der Stein, aus dem große Teile Saint-Émilions errichtet wurden, unmittelbar unter den heutigen Weinbergen gewonnen wurde. Für den Rotwein ist dieses Terroir prägend. Frische, eine feine salzige Note und eine straffe, aber selten harte Struktur gehören zu den wiederkehrenden Merkmalen von Canon. 

    Merlot und Cabernet Franc

    Der Weinberg ist heute mit Merlot und zu einem erheblichen Anteil mit Cabernet Franc bepflanzt. Die genaue Assemblage des Grand Vin richtet sich nach dem Jahrgang. 2023 beispielsweise bestand Château Canon aus 71 % Merlot und 29 % Cabernet Franc.  

    Merlot liefert Pflaume, Himbeere und dunkle Beeren sowie die geschmeidige Textur des Weins. Auf dem Kalksteinplateau bleibt die Sorte jedoch vergleichsweise straff und frisch. Cabernet Franc bringt florale Noten, Pfeffer, Kräuter und eine zusätzliche aromatische Spannung. 

    Diese Verbindung ist wesentlich für die Handschrift von Canon. Der Wein besitzt durchaus Kraft, wirkt aber selten breit. In guten Jahrgängen stehen Frucht und Tannin vielmehr unter einer spürbaren Spannung, die sich erst mit zunehmender Flaschenreife vollständig auflöst. 

    Nicolas Audebert und die Präzisierung des Stils

    Einen wichtigen Abschnitt der jüngeren Geschichte prägte John Kolasa. Der ehemalige Direktor von Château Latour wechselte zunächst zu Rauzan-Ségla und übernahm anschließend auch die Leitung von Canon. Unter ihm wurden Weinberge restauriert, Parzellen neu bewertet und die Voraussetzungen für eine präzisere Vinifikation geschaffen. 

    2014 kam Nicolas Audebert nach Bordeaux. Der Agraringenieur hatte zuvor viele Jahre in Argentinien gearbeitet, zuletzt als Verantwortlicher für Terrazas de los Andes und Cheval des Andes. Nach einer Übergangsphase mit Kolasa übernahm er die Leitung der Bordeaux-Güter der Wertheimer. 

    Unter Audebert wurde die parzellenbezogene Arbeit weiter vertieft. Bodenprofile, Wasserversorgung und Reifeentwicklung der einzelnen Lagen werden detailliert untersucht. Canon gehört damit zu jenen Bordeaux-Weingütern, bei denen die erneute Beschäftigung mit Geologie und kleinräumigen Terroirunterschieden unmittelbaren Einfluss auf Weinbau und Vinifikation hat. 

    Präzision statt Extraktion

    Die Trauben werden von Hand gelesen und nach Parzellen getrennt verarbeitet. Die Vinifikation erfolgt in temperaturkontrollierten Edelstahltanks. Die unterschiedlichen Tankgrößen erlauben es, kleine Partien separat zu vergären und erst später über ihre Verwendung in der Assemblage zu entscheiden. Der Stil hat sich dabei über die vergangenen Jahre weiter verfeinert. Extraktion und Holzeinsatz werden zurückhaltender gehandhabt, damit Frucht, Cabernet-Franc-Aromatik und die mineralische Struktur des Kalksteinbodens stärker hervortreten. 

    Das lässt sich auch am Ausbau ablesen. Während früher bis zu 70 % neues Holz eingesetzt wurden, reifte der Jahrgang 2023 für 16 bis 18 Monate mit 50 % neuem Holz; zusätzlich kamen große Fuder zum Einsatz. Das Ziel ist kein möglichst mächtiger Saint-Émilion. Canon soll vielmehr jene Verbindung aus Anmut und innerer Kraft zeigen, die das Kalksteinplateau ermöglicht. 

    Château Canon und Croix Canon

    Neben dem "Grand Vin" entsteht der "Croix Canon". Der Zweitwein wird separat vinifiziert und besitzt mit dem ehemaligen Château Matras einen eigenen Standort. Dadurch konnten zugleich die Kapazitäten im historischen Keller von Canon erweitert und die beiden Weine differenzierter ausgebaut werden. Die Selektion für den Grand Vin ist streng. In einem typischen Jahr fließt nur ein Teil der gesamten Ernte in Château Canon. Die übrigen Partien werden für Croix Canon verwendet. Beim Croix Canon erfolgt der Ausbau mit derselben Aufmerksamkeit, jedoch mit einem geringeren Anteil neuen Holzes. Beim Jahrgang 2023 waren es beispielsweise 27 %.

    Ein Premier Grand Cru Classé mit eigener Handschrift

    Neben dem "Grand Vin" entsteht der "Croix Canon". Der Zweitwein wird separat vinifiziert und besitzt mit dem ehemaligen Château Matras einen eigenen Standort. Dadurch konnten zugleich die Kapazitäten im historischen Keller von Canon erweitert und die beiden Weine differenzierter ausgebaut werden. Die Selektion für den Grand Vin ist streng. In einem typischen Jahr fließt nur ein Teil der gesamten Ernte in Château Canon. Die übrigen Partien werden für Croix Canon verwendet. Beim Croix Canon erfolgt der Ausbau mit derselben Aufmerksamkeit, jedoch mit einem geringeren Anteil neuen Holzes. Beim Jahrgang 2023 waren es beispielsweise 27 %.

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