Château Branaire-Ducru

Château Branaire-Ducru

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Klassischer Bordeaux-Wein aus Saint-Julien: Château Branaire-Ducru verbindet Finesse, Frische und Tiefe – ein Grand Cru Classé mit Charakter. 


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Über das Weingut

Château Branaire-Ducru – Bordeaux-Wein mit Finesse aus Saint-Julien

Château Branaire-Ducru steht für eine besonders klassische Interpretation von Saint-Julien. Cabernet Sauvignon bestimmt den Charakter, Merlot sorgt für Geschmeidigkeit, kleine Anteile Cabernet Franc und Petit Verdot ergänzen die Cuvée. Das Ergebnis ist ein Bordeaux, der weniger auf Kraft als auf Frische, aromatische Präzision und feines Tannin setzt. Seit 1855 ist das Château als Quatrième Grand Cru Classé eingestuft und gehört mit 60 Hektar Rebfläche zu den etablierten Gütern der kleinen Médoc-Appellation.

Vom Château Beychevelle zum eigenen Weingut

Die Geschichte von Branaire-Ducru beginnt 1680. Damals erkannte Jean-Baptiste Braneyre das Potenzial der Kiesböden von Saint-Julien und kaufte einen Teil des wesentlich größeren Besitzes von Château Beychevelle. Seine Nachfahren, die Familie Du Luc, ließen 1824 das heutige neoklassizistische Château errichten. Später ging das Weingut an einen Verwandten, Gustave Ducru, dessen Name bis heute Bestandteil von Branaire-Ducru ist. Bei der berühmten Bordeaux-Klassifikation zur Pariser Weltausstellung von 1855 wurde Branaire-Ducru als Quatrième Grand Cru Classé eingestuft.  

Eine neue Phase begann 1988 mit Patrick Maroteaux. Der ehemalige Manager aus der Lebensmittelbranche erwarb das Château für seine Familie und investierte konsequent in Weinberge und Keller. Zugleich engagierte er sich weit über das eigene Weingut hinaus: Von 2000 bis 2008 leitete er die Union des Grands Crus de Bordeaux, von 2004 bis 2017 stand er der Appellation Saint-Julien vor. Nach seinem Tod 2017 übernahm sein Sohn François-Xavier Maroteaux die Leitung. 

60 Hektar in Saint-Julien

Heute umfasst Château Branaire-Ducru 60 Hektar. Die Weinberge ziehen sich auf einer Ost-West-Achse durch den südlichen Teil von Saint-Julien und verteilen sich auf rund 15 unterschiedliche Mikroterroirs. Viele Parzellen liegen im Bereich von Beychevelle. 

Entscheidend sind die tiefgründigen quartären Kiesablagerungen, die teilweise über tonhaltigem Untergrund liegen. Die Kieselsteine speichern tagsüber Wärme und geben sie nachts langsam wieder ab. Zugleich gewährleisten die durchlässigen Böden eine gute Drainage. Damit findet insbesondere der spät reifende Cabernet Sauvignon günstige Bedingungen. 

Wo mehr Ton im Untergrund vorhanden ist, kommt Merlot stärker zum Zuge. Diese unterschiedlichen Bodentypen innerhalb eines vergleichsweise kompakten Weinbergs sind eine wichtige Voraussetzung für die Assemblage des Grand Vin.

Cabernet Sauvignon als Rückgrat

Aktuell sind 65 % der Rebfläche mit Cabernet Sauvignon bepflanzt, 28 % mit Merlot, 4 % mit Petit Verdot und 3 % mit Cabernet Franc. Die Reben sind durchschnittlich rund 35 Jahre alt und stehen je nach Parzelle mit Dichten zwischen 6.700 und 10.000 Pflanzen pro Hektar. Für Neupflanzungen nutzt das Château überwiegend eigenes Pflanzenmaterial aus Massenselektionen alter Reben. 

Cabernet Sauvignon bildet das Rückgrat des Rotweins und liefert Cassisfrucht, Struktur und Länge. Merlot rundet die Cuvée mit saftiger Frucht und weicherer Textur ab. Cabernet Franc steuert florale Nuancen bei, Petit Verdot Würze und zusätzliche Spannung. 

Diese Zusammensetzung erklärt einen Teil des klassischen Branaire-Ducru-Stils. Der Wein besitzt ausreichend Substanz für eine lange Flaschenreife, wird aber selten massiv. Frucht, Frische und Eleganz nennt das Château selbst als die drei wesentlichen Elemente seiner stilistischen Handschrift. 

Ein neuer Keller für noch mehr Parzellenarbeit

Die jüngste große Veränderung erfolgte unter François-Xavier Maroteaux. Nach dreijähriger Bauzeit nahm Branaire-Ducru zum Jahrgang 2022 einen vollständig neuen Schwerkraftkeller in Betrieb. Das Château verfügt heute über insgesamt 75 Vinifikationstanks, darunter 65 hängende Tanks. Dadurch lassen sich die unterschiedlichen Qualitäten, Parzellen und Rebsorten noch kleinteiliger separat ausbauen. 2024 wurde die neue Anlage offiziell eingeweiht. 

Die technische Modernisierung dient dabei einem bemerkenswert traditionellen Ziel: Die unterschiedlichen Terroirs sollen möglichst unverfälscht in die spätere Assemblage einfließen. 

Die Trauben werden von Hand gelesen und sorgfältig sortiert. Die einzelnen Rebsorten und Parzellen gelangen getrennt in unterschiedlich große Tanks. Die Mazeration kann bis zu drei Wochen dauern. Anschließend entscheidet die Assemblage darüber, welche Partien für "Château Branaire-Ducru" und welche für den Zweitwein "Duluc de Branaire-Ducru" verwendet werden. 

Duluc de Branaire-Ducru

Der 1998 eingeführte "Duluc de Branaire-Ducru" ist der Zweitwein des Château. Er ermöglicht eine strengere Selektion für den Grand Vin und ist zugleich früher zugänglich. 

Bemerkenswert ist die Konsequenz, mit der die gesamte Produktion innerhalb des Hauses verarbeitet wird. Die komplette Ernte wird auf dem Château abgefüllt. Die Auswahl zwischen "Grand Vin" und "Duluc" ist damit ein zentraler Bestandteil der Qualitätsarbeit. 

18 Monate im Barrique

Nach der Vinifikation reift der "Château Branaire-Ducru" mindestens 18 Monate in französischen Eichenfässern. Rund 60 % der Barriques werden jährlich erneuert. 

Trotz dieses beträchtlichen Neuholzanteils soll das Holz nicht den Charakter des Weins bestimmen. Im Mittelpunkt steht vielmehr die aromatische Klarheit. Typisch sind Cassis, Heidelbeere und andere dunkle Beeren, dazu Tabak, Zedernholz, florale Nuancen und feine Gewürze. Die Tannine besitzen Struktur, wirken jedoch selten schwer. 

Gerade in der Jugend kann Branaire-Ducru deshalb vergleichsweise zurückhaltend erscheinen. Mit einigen Jahren Flaschenreife öffnet sich die Aromatik, während das feine Tanningerüst eine lange Entwicklung ermöglicht. 

Klassischer Saint-Julien mit eigener Handschrift

Saint-Julien liegt zwischen Margaux und Pauillac und verbindet stilistisch häufig Elemente beider Nachbarappellationen: die Finesse und Duftigkeit von Margaux mit der Cabernet-Struktur des nördlichen Médoc. Branaire-Ducru ist ein besonders anschauliches Beispiel dafür. 

Entsprechend findet man Château Branaire-Ducru regelmäßig unter hoch bewerteten Parker-Weinen und anderen international besprochenen Grands Crus. Seine Attraktivität liegt dabei vor allem in seiner stilistischen Beständigkeit. Wer einen Bordeaux sucht, der Cabernet Sauvignon, Frische und feines Tannin stärker betont als schiere Konzentration, findet in Branaire-Ducru einen charakteristischen Saint-Julien mit beträchtlichem Reifepotenzial. 

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